13. Frühjahrsakademie der VDÄPC in Kassel

Filler oder Facelift, Po-Modellierung und Intimchirurgie

Nach dem Motto „Schauen, was die anderen so tun“ berichtet DERMAforum von der 13. Frühjahrsakademie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) Mitte Mai in Kassel: Trends, Perspektiven, Kontroversen in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie.

Zwischen Klassik und Moderne: Methoden in der ästhetisch-plastischen Chirurgie“ war das Motto der 13. Frühjahrsakademie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Modellieren statt straffen, formen statt stopfen – drei Tage lang ging es um neue Entwicklungen und Techniken bei der Brust-, Lid- und Gesichtschirurgie, um multiple Aufpolsterungen von Gesicht, Brust und Po und aktuelle Erkenntnisse der ästhetisch-plastischen Chirurgie.

Das Programm der Expertentagung vom 8. bis 10. Mai 2013 wurde von Trends und Perspektiven, aber auch von Kontroversen rund um die Ästhetische Chirurgie bestimmt – etwa bei der zunehmend gefragten „Po-Modellierung“, für die der Arzt umfassende Kenntnisse braucht und der eine ausführliche Po-Analyse vorangeht: quadratisch, A-Form, rund oder V-Form? Verschiedene Verfahren für diesen Eingriff wurden vorgestellt wie Fettabsaugung, Unterspritzung mit Eigenfett oder Einbringen von Implantaten - ein innovatives Verfahren. Alle Methoden und ihre Kombinationsmöglichkeiten wurden mit umfangreichem Bild- und Videomaterial von Experten vorgeführt.

Live-Operationen zur Hautstraffung – Face Tite und Facelifting, Nasen-OPs sowie eine Lippenplastik wurden an einem Kongresstag im Kasseler Rote Kreuz Krankenhaus vorgestellt.


Filler oder Facelift?


Anhand verschiedener multipler Aufpolsterungen wurden Grenzen und Möglichkeiten minimal-invasiver Methoden gezeigt und diskutiert, etwa die aktuelle Radiofrequenztechnik beim Facelifting. In den begleitenden Diskussionen wurde die Wichtigkeit der Aufklärung über mögliche Komplikationen auch bei Fillern und Botox herausgestellt.

Ein Themenschwerpunkt war der Bereich der Intimchirurgie, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Intimchirurgische Eingriffe wurden von spezialisierten Chirurgen vorgestellt, sind aber nicht unumstritten und es wurde kontrovers diskutiert. Da in der plastisch-ästhetischen Chirurgie die genitale ästhetische Chirurgie zur Zeit das schnellste Wachstum verzeichnet, gleichzeitig jedoch mit der wachsenden Zahl der Eingriffe und Operateure auch die Häufigkeit von Komplikationen steigt, ging es in den Fachdiskussionen auch darum, welche Probleme auftauchen können und mit welchen Strategien diese zu vermeiden sind.

Ein weiteres aktuelles Thema waren Möglichkeiten und Risiken der Eigenfett-Transplantation zum Brustaufbau, die immer stärker nachgefragt wird. Konsens herrschte darüber, dass die Transplantation von Eigenfett die Brust zwar fülliger macht, gleichzeitig aber ihre Grenzen bei Patientinnen mit begrenzten Fettspende-Arealen hat. Eine Studie belegte die Patientenzufriedenheit bei zusätzlichem Implantat: Der Composite Brustaufbau kombiniert die Vorteile beider Verfahren. Jedoch zeigte eine aktuelle In-vitro-Untersuchung das Risiko eines erhöhten Tumorwachstums bei Eigenfett-Transplantationen.

In der Folge des Brustimplantat-Skandals wurde eine mikroskopische Untersuchung von 16 TiBREEZE-Implantaten vorgestellt, die vorsorglich ausgetauscht wurden und von denen 12 Implantate Silikonbleeding aufwiesen – kontinuierliches Austreten von Silikon ins Gewebe – und zwei sogar einen vollständigen Hüllenverlust mit freiliegendem Silikongel. Die auffällige Diskrepanz zwischen diesen Resultaten und den guten kosmetischen Langzeitergebnissen belegte, dass die Empfehlung zur vorsorglichen Implantat-Entfernung gerechtfertigt ist.

Die Experten tauschten ihre Erfahrungen mit neuen OP-Techniken zur Unterlidplastik (Kombination von zwei etablierten Verfahren: Unterspritzung der „Tränenrinnen-Delle“ und Einbeziehung des Fettkörpers), zur Otoplastik (Kombination verschiedener Techniken), zum Facelift, zu differenzierten Hals-Lifting-Techniken sowie zur Brustrekonstruktion aus. Bei allen Eingriffen und Behandlungen stand neben der Frage, welches Verfahren für welchen Patienten geeignet ist, auch das Komplikationsmanagement während und nach einer Operation und eine individuell abgestimmte Nachsorge im Fokus. „Die Sorge um die Patienten hört nicht mit der letzten Naht auf“, betonte Tagungspräsident Prof. Dr. med. E. M. Noah, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.

Ein wichtiges Thema war auch die Sicherung des hohen medizinischen Standards, den die Fachgesellschaft über das staatlich geprüfte, vertrauenswürdige Qualitätsmerkmal "Facharzt/Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie" hinaus bietet. Um fachliches Wissen und praktische Fertigkeiten auf einem hohen aktuellen Niveau zu halten, entwickelte der VDÄPC als zusätzliche Qualifizierung ein eigenes Fortbildungsprogramm, an dem schon über 80% der Mitglieder teilnahmen.ka

 

Alle Informationen zur Frühjahrsakademie der VDÄPC und das gesamte Programm sind unter www.vdaepc-kongress.de zu finden.

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