Der Traum vom schnellen Fettverlust

Insbesondere die Fettreduktion wird ein Schwerpunktthema auf der kommenden Cosmedica Anfang November 2013 sein. Ein Ausblick von Dr. med. Klaus Hoffmann:

Mittlerweile steht der Dermatologie ein großes Panel an Technik zur Verfügung, das insbesondere auf der nächsten Cosmedica ein Schwerpunkt sein soll. Es ist notwendig, hierüber zu sprechen: Nachdem wir in den vergangenen 1,5 Jahren sehr viel über Ultraschall-Technologien, die zum Teil „brandgefährlich“ waren, gehört haben, hat die Strahlenschutzkommission Empfehlungen ausgesprochen; nun ist es an der Zeit, auch über andere Techniken zu sprechen.
Weit verbreitet war die sogenannte Fettwegspritze. Nach dem Wegfall eines Medikamentes nach einem Gerichtsstreit stehen uns derzeit keine zugelassenen Präparate, auch nicht im Off-Label-Use, zur Verfügung.
Das, was wir einsetzen, ist im Wesentlichen als Kosmetikum im Umlauf! Solches muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: ein Präparat, das Nekrosen verursacht, das als Wirkungsprinzip einen Zelluntergang hat, als Kosmetikum. Unglaublich! Das BfArM hat vollständige Zulassungsunterlagen der Herstellerfirma vorliegen. Es handelte sich hierbei um die Studie ATX-101 zur Zulassung des entsprechenden Wirkstoffs. Allerdings lässt die Zulassung auf sich warten. Dies zulasten der Patienten und der Ärzte. Entweder man unterbricht sämtliche Behandlungen und lässt uns weiterhin mit mehr oder weniger ungeprüftem Material und minimaler Sicherheit arbeiten oder aber man wirkt auf die Aufsichtsbehörden ein, hier ihren Schutzaufträgen gerecht zu werden. Hier bedarf es eines erheblichen Drucks von Seiten der Ärzteschaft. Dass die medikamentöse Beseitigung von Fett in einer Therapie eine Bereicherung darstellt, dürfte unstrittig sein. Das eine Arzneimittelzulassung notwendig ist, aber wohl ebenfalls!
Ultraschall-Lipolyse
Aufwendig und sehr stark beworben werden Methoden, die auf die Apoptose setzen. Hitze und Kälte können eine solche Apoptose auslösen.
Die Grundidee ist relativ einfach. Haut und subkutanes Fettgewebe werden zwischen zwei Kälte erzeugenden Platten, die mit Sensoren ausgestattet sind, gesaugt und über eine Stunde heruntergekühlt. In der Folge tritt dann in den nächsten Wochen der programmierte Zelltod in diesem Bereich ein und führt zu einer Verminderung der Fettschichtdicke. Diese Techniken haben eine Zulassung der FDA und gelten als wirksam und nebenwirkungsarm. Im Wesentlichen empfindet man ein Kribbeln, pelziges Gefühl nach der Behandlung für einige Wochen. Es können auch einmal ein paar kleine Hämatome auftreten, das war es dann aber auch.
Zu besprechen wären dann gerade im Vergleich Geräte, die Hitze einbringen. Hier zum einen die Ultraschallgeräte, die dann, wenn sie fokussierend Hitze erzeugen, ein Negativ-Votum der Strahlenschutzkommission haben. Hier wird zu diskutieren sein, ob und inwieweit diese Geräte zumindest zur Fettreduktion weiterhin zu empfehlen sind. Ein anderer Weg, Hitze in das Fettgewebe und in das umgebende Bindegewebe einzubringen, sind die Lipolaser. Man kann erhebliche Temperatursteigerungen erzeugen, und gerade dann, wenn man zusätzlich noch eine Pulsung oder eine angeschrägte Faser benutzt, zusätzliche Effekte erzeugen. Die Hitze zerstört dabei nicht nur das Fett, sondern führt eben auch zu einer Straffung des Bindegewebes, womit Ergebnisse erzielt werden können, die mit einer reinen Fettabsaugung so bislang nicht möglich waren. Der Autor geht sogar davon aus, dass die straffenden Wirkungen so vehement sind, dass dieses in der Zukunft im Vordergrund stehen wird. Mit der Hitze, die durch die Glasfaser eingebracht wird, kann man auch Schweißdrüsen zerstören; hier gilt aber die Warnung, dass dann eine Temperaturkontrolle notwendig ist. Entweder man geht das Risiko ein, die Haut nicht unerheblich zu schädigen, wenn man die Schweißdrüsen mit Hitze zerstört, ohne die Temperatur exakt zu kontrollieren, oder aber man erreicht nicht ausreichend viele. Beides ist nicht wünschenswert, sodass temperaturkontrollierte Therapien eindeutig zu bevorzugen sind.
Alles in allem ist die Entwicklung spannend. Sie wird eines der Hauptthemen der Cosmedica im November dieses Jahres sein.

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