Neuer BVDD-Vorstand

Für die Zukunft neu und gut „sortiert“!

Bei den Vorstandswahlen des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) wurde Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Selters, zum neuen Pressereferenten gewählt. Für DERMAforum schildert er seine Pläne für seine Amtszeit.

Foto: privat
Dr. med. Ralph von Kiedrowski: „Wir werden schon in naher Zukunft aufgefordert sein, das Facharztprofil ggf. neu zu definieren (...).“

Ende April 2013 fand in Berlin nicht nur die alljährliche Delegiertenversammlung statt, sondern in diesem Jahr auch Neuwahlen für die nächste Legislaturperiode von 2013 bis 2016. Dabei war bereits im Vorfeld bekannt gewesen, dass sowohl der amtierende Präsident, Dr. med. Michael Reusch, nach achtjähriger Amtszeit und auch Generalsekretär Dr. med. Klaus Fritz (jetzt neuer Präsident der DDA) nicht mehr für eine weitere Kandidatur zur Verfügung stehen würden. Es standen also entsprechende Umstrukturierungen und auch neue Personen zur Diskussion und Wahl – eine davon bin ich. Sicherlich kann man insgesamt auch von einer „Verjüngung“ des Bundesvorstandes sprechen, auch wenn ich dazu mit meinem 61er-Jahrgang nur geringfügig beisteuern kann: Daran hat Dr. med. Thyra Bandholz weitaus größeren Anteil. Aber vielleicht gelingt dies ja mit ein paar neuen Ideen.


„Das ist nicht schwer – mach doch mal!“


Ganz so neu bin ich natürlich nicht im berufspolitischen Geschäft, dies wären auch schlechte Voraussetzungen in einem Jahr mit anstehenden Bundestagswahlen oder unklaren Neuerungen im EBM, um nur zwei aktuelle Brennpunkte neben dem Tagesgeschäft zu nennen. Zu meinem bisherigen Werdegang lässt sich sagen, dass ich zunächst 1996 meine Facharztanerkennung erhalten habe, im Juli 1997 habe ich mich in Selters im Westerwald in einer Einzelpraxis niedergelassen. Mitglied im BVDD wurde ich nach den ersten Wirrungen einer Praxisgründung dann 1998 und mein erster Einstieg in die aktive Berufspolitik vollzog sich fast ungewollt im Frühjahr 2002 mit meiner Wahl zum Bezirks-Obmann der Region Koblenz (damals gab es in Rheinland-Pfalz noch vier regionale Kassenärztliche Vereinigungen) nach dem Motto: „Das ist nicht schwer, mach doch mal!“
Drei Jahre später wurde ich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden in RLP gewählt, um dann 2009 in die „Fußstapfen“ von Klaus Fritz als Landesvorsitzender des BVDD zu treten; den Vorsitz bekleide ich bis dato. Seit 2005 verfolgte ich als Delegierter auch die Bundespolitik des Verbandes intensiver.
Auf Landesebene gelang durch die Unterstützung der gesamten Fachgruppe der Einzug in die „KV-Politik“, seit 2011 bin ich mit einem weiteren Kollegen ständiges Mitglied der Vertreterversammlung sowie persönlich noch im Hauptausschuss und im Beratenden Fachausschuss für die Fachärztliche Versorgung vertreten.
2012 wurde ich zum Vorsitzenden des Facharztverbandes RLP (ein landesweiter Zusammenschluss aller Facharztgruppen mit Einzel- und Verbandsmitgliedschaft, also quasi ein „Mittelding“ von DFV und GFB) und dann auch in die Vertreterversammlung der Landesärztekammer RLP gewählt. Die Dermatologie ist als kleine Fachgruppe somit in Rheinland-Pfalz seither sehr gut in den Gremien positioniert, was sich natürlich sehr positiv auswirkt.


Ausbau von Netzstrukturen und interdisziplinären Versorgungskonzepten

Schwerpunkt meiner Vorstandstätigkeit auf Bundesebene wird wesentlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sein und zwar gleichermaßen nach innen wie natürlich nach außen. Der BVDD hat dazu eine ausreichende Anzahl an Medien zur Verfügung, vom Verbandsjournal Der Deutsche Dermatologe, den Pressemeldungen der Pressestelle, der Homepage Uptoderm, aber auch dem Patienten-Magazin HautINFORM und den regelmäßigen Vorstands-Rundbriefen an die Landesverbände, die es zu betreuen gilt. Diese Fülle an Informationen ist aber bei der Komplexität des Gesundheitswesens auch wichtig, besonders für die Kolleginnen und Kollegen an der Basis, um die Arbeit des Verbandes zu verstehen und bei sich ständig ändernden Rahmenbedingungen zukunftssicher agieren zu können – wenn es Sicherheit in unserem Vertragsarztleben überhaupt gibt.
Last not least verfolge ich außerdem noch zwei weitere Ziele für die Fachgruppe. Dies sind

  1. die Dermatologie als Grundversorgungsfach mit Kernkompetenzen in der Dermatoonkologie, der Hautkrebs-Prävention und Früherkennung und in der (systemischen) Behandlung unserer chronischen Dermatosen (Atopische Dermatitis, Psoriasis, Chronisches Handekzem) zu stärken und positionieren und
  2. vor diesem Hintergrund den Ausbau von Netzstrukturen und interdisziplinären Versorgungskonzepten – auch mit Ziel selektivvertraglicher Vergütungsmodelle – zu fördern.

Nichts für kurzen Atem


Wir werden schon in naher Zukunft aufgefordert sein, das Facharztprofil ggf. (neu) zu definieren, geht es doch beim jüngsten Beschluss der KBV-VV auch darum, die Inhalte einer „Dermatologischen Grundversorgung“ der Bevölkerung im Fach zu definieren. Dies wird für unser schönes Fach in seiner ganzen Breite und mit den vielen Grenzflächen zu anderen Fachbereichen nicht einfach werden. Vielleicht muss es aber dabei auch ein Ziel sein, unsere hohen Fallzahlen nach fachärztlichen Kriterien zu reduzieren (Warze beim Facharzt?), um Zeit für die „schweren Fälle“ zu haben, deren Vergütung im Gegenzug dann aber auch adäquat (was heißt das in einem budgetierten System?) sein muss.
Hochgesteckte Ziele und nichts für kurzen Atem, aber auch lohnende Ziele für ein Fach, das bis heute nichts an seiner Vielseitigkeit und Faszination verloren hat. Packen wir´s gemeinsam an! Der neue Vorstand hat nunmehr in zwei ausgedehnten Klausursitzungen die Verantwortlichkeiten neu geregelt sowie Ressorts aufgeteilt und ist damit für die kommenden Aufgaben sehr gut gerüstet – und dies darf und sollte auch ein paar Tage der Orientierung/Sortierung in Anspruch nehmen.
Sie hören von mir!
Dr. med. Ralph von Kiedrowski
Pressereferent des BVDD

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