Würzburger Uni-Hautklinik

In Eigenregie zur Vorreiterrolle

Die Labore der Würzburger Universitäts-Hautklinik sind seit März dieses Jahres nach europäischen Standards akkreditiert. Die dafür getroffenen Maßnahmen steigern die Qualität und die Sicherheit der Befunde.

Bild: Universitätsklinikum Würzburg
Sigrid Lempert, die Leitende MTA, beim Arbeiten in einem der kürzlich nach europäischen Normen akkreditierten Diagnostiklabore der Würzburger Universitäts-Hautklinik

Die Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) unterhält fünf Laborbereiche: Autoimmunologie, Dermatohistopathologie Immunhistochemie, Mykologie sowie Serologie. Unter oberärztlicher Leitung gewinnen hier insgesamt 15 Medizinisch-Technische Angestellte (MTA) Befunde nicht nur für die Universitäts-Hautklinik und die anderen Kliniken des UKW, sondern auch für externe Einsender.

„Täglich in großer Zahl qualitativ hochwertige Laborbefunde zu liefern, ist ein komplexer Prozess, der zuverlässig und transparent ablaufen muss – und zwar nach internationalen Maßstäben. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unsere Diagnostiklabore nach den europäischen Normen DIN EN ISO 15189 sowie DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditieren zu lassen“, sagt Prof. Dr. med. Matthias Goebeler, Direktor der Würzburger Universitäts-Hautklinik. Im März dieses Jahres bestätigte die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH allen fünf Laboren mit den Akkreditierungsurkunden die entsprechenden Kompetenzen.

 

Umfangreiches Dokumentationswesen entwickelt

 

Vorausgegangen waren gut 18 Monate an Vorbereitung und Ausarbeitung. Koordiniert wurde der interne Akkreditierungsprozess von Sigrid Lempert. Die Leitende MTA und Qualitätsmanagementbeauftragte der Hautklinik-Labore berichtet: „Eine der wesentlichen Herausforderungen war es, für alle Vorgänge Formblätter einzuführen und praktisch für jeden Handgriff Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zu erstellen.“

Eines der Ergebnisse dieser Mühen ist volle Transparenz. Lempert: „Wir dokumentieren seither detailliert und minutiös alle Elemente des Laborbetriebs – ob es sich nun um eine Pipette, ein Reagenz oder eine Bearbeiterin handelt. Wir können für jeden Befund, der unsere Labore verlässt, jederzeit genau zurückführen, mit welchem Reagenz gearbeitet wurde, welche MTA die Probe bearbeitet hat und wer den Befund erstellt hat.“

 

Auch die Kompetenzen der Beschäftigten im Fokus

 

Ziel ist es, mit größtmöglicher Sicherheit potenzielle Fehler zu vermeiden. In diesem Zusammenhang legt das Akkreditierungsverfahren auch großen Wert auf die Kompetenzen der Mitarbeiter. „Konkret bedeutet das, dass die Sachkenntnis der Laborbeschäftigten regelmäßig überprüft wird und bedarfsgerechte Schulungen oder Fortbildungen stattfinden müssen“, beschreibt Sigrid Lempert.

Die sehr arbeitsaufwändige Vorbereitung auf die erfolgreiche Akkreditierung wurde von der Qualitätsmanagementbeauftragten zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Universitäts-Hautklinik in Eigenregie durchgeführt. „Man kann sich diese Leistungen auch am Markt bei auf Akkreditierung und Zertifizierung spezialisierten Beratungsfirmen einkaufen – aber wir haben das lieber selbst gemacht“, sagt Sigrid Lempert nicht ohne Stolz. Stolz ist sie auch auf eine bundesweite Vorreiterrolle: Das Würzburger Labor für Dermatohistopathologie ist das erste universitäre klinische Labor seiner Art in Deutschland, das nach den Vorgaben der DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditiert wurde. idw/ve

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