Facelift, Brustaufbau, Eigenfett-Transplantation

Interaktive Videofilme direkt aus dem OP

Das „2nd International Video Symposium in Plastic Surgery“ (IVS) fand mit großem Erfolg vom 13. bis 14. November in Berlin statt.
Kerstin Aldenhoff berichtet für DERMAforum.

Foto: privat
Kerstin Aldenhoff

Nationale und internationale Experten tauschten sich über ihre Erfahrungen mit modernsten Techniken, neu entwickelte Operationsmöglichkeiten und mögliche Komplikationen aus und präsentierten neue Entwicklungen auf außergewöhnliche Art und Weise: Mit Videofilmen direkt aus dem Operationssaal gaben sie den über 100 Teilnehmern einen umfassenden visuellen Einblick in alle wichtigen Bereiche der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie.
„Das einzigartige Konzept unseres internationalen Videosymposiums kam gut an“, stellte Kongresspräsident Dr. med. Mehmet Atila fest. „Bei den interaktiven Videositzungen wurden die Teilnehmer in den OP-Saal führender Spezialisten versetzt – ganz so, als wären sie bei Facelift, Brustaufbau oder Eigenfett-Transplantation live mit dabei.“ Der Ärztliche Direktor und Inhaber der neuen MEDICAL INN Klinik Düsseldorf und Präsident der Vereinigung Deutsch-Türkischer Plastischer Chirurgen (VDTPC) hatte gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. med. Johannes C. Bruck, Hohenzollernklinik Berlin, und Dr. med. Murat Dagdelen, Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel, zu der innovativen Tagung ins ABION Spreebogen Waterside Hotel Berlin eingeladen.
Mit dem Schwerpunkt auf minimalinvasiven Eingriffen und nicht-invasiven Behandlungen im Bereich des Gesichts stellten am ersten Kongress­tag weltweit renommierte Chirurgen unterschiedliche Techniken und Werkzeuge vor, kommentierten sie und gaben Tipps, wie der Hautalterung mit Botulinumtoxin, Hyaluronsäurefillern oder der Behandlung mit Eigenfett begegnet werden kann. Die vielfältigen Eingriffsmöglichkeiten wurden diskutiert, wenn die Haut dünner wird, das Unterhautfettgewebe schwindet und der Alterungsprozess mit Falten im Gesicht und am Hals sichtbar wird. Die Vorführung eines Facelifts veranschaulichte, wie durch Straffung der Gesichtshaut nachhaltig Altersveränderungen korrigiert werden können, indem auch das Unterhautfettgewebe mit abgelöst wurde, um ein maskenhaftes Aussehen zu vermeiden. Neben dem Gesamtfacelifting zeigten die Videopräsentationen neue Methoden, nur das Mittelgesicht oder den Hals zu straffen, sowie die Kombination verschiedener Methoden, etwa Facelift mit Fillern. Im wahrsten Sinne „hautnah“ wurden auch Augenlidstraffungen demonstriert, die mit jährlich über 20.000 Eingriffen allein in Deutschland weiterhin zu den beliebtesten ästhetischen Eingriffen zählen und bei Bedarf auch wiederholt durchgeführt werden können.
Am Nachmittag lag der Fokus auf neuesten Techniken in der Nasenchirurgie, die in einem Schritt-für-Schritt-Video gezeigt wurden. Zu den unterschiedlichen Vorstellungen etablierter und neuer Techniken sowie zu den verschiedenen Eingriffsmöglichkeiten gab es lebhafte Diskussionen auf hohem Niveau. „Unser Ziel war es, nicht nur neue Möglichkeiten vorzustellen, sondern auch wissenschaftliche Kontroversen in Gang zu setzen!“, so Atila. Dabei ging es keineswegs ausschließlich um sogenannte „Schönheitsoperationen“, sondern auch um plastisch-rekonstruktive Eingriffe bei Patienten mit angeborenen Deformitäten.
Mit dem Schwerpunkt auf dem interaktiven Austausch konzentrierte sich das vielfältige Programm am zweiten Kongresstag auf Brust und Körper. Die Videopräsentationen weiterer nachgefragter Bereiche der Ästhetischen Chirurgie wie Bauchstraffung und Bodylift zeigten, dass die Fettabsaugung (Liposuktion) eine immer größere Rolle spielt und die Behandlung mit Eigenfett sowohl in der ästhetischen Brustvergrößerung als auch in der Rekonstruktion nach einer Krebsoperation weiterhin rasant zunimmt. Verschiedene Möglichkeiten des Brustaufbaus, der Brustvergrößerung, -verkleinerung und -straffung wurden vorgeführt, zum Beispiel Verfahren zum Anheben und Neuformen der Brust, die zum Teil mit Eigenfett-Transplantationen kombiniert wurden. Die Kongressteilnehmer profitierten von einem direkten Vergleich der verschiedenen Techniken mit Blick auf die Entscheidung, welche Methode jeweils für die besten kosmetischen Ergebnisse geeignet ist.

Neue Möglichkeiten für die fachchirurgische Ausbildung eröffnet


Dass bei den Videopräsentationen jeder Schritt der Eingriffe offengelegt wurde, eröffnete zugleich neue Möglichkeiten für die fachchirurgische Ausbildung. Wie gut dieses Konzept angenommen wird, zeigte der große Anteil an Nachwuchschirurgen. Aber auch erfahrene Mediziner profitierten von den vielfältigen Eingriffen: „Eine gute Möglichkeit sicherzustellen, dass wir an der Spitze unseres Handwerks bleiben, unsere Praktiken zuverlässige Ergebnisse liefern und die Patientensicherheit verbessert wird“, betonte Atila, der die Tagung in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (ISAPS) und unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) sowie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) durchführte. Die Videodemonstrationen sind unter
www.mediathek.vdtpc-symposium.de zu sehen.

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