Deutsche Stiftung Kinderdermatologie

Hilfe für hautkranke Kinder

Dr. med. Nicole Inselkammer, München, hat 2010 die Deutsche Stiftung
Kinderdermatologie (DSK) gegründet, die verschiedene Projekte zum Wohle
hautkranker Kinder fördert. Im DERMAforum-Interview schildert sie ihre
Beweggründe.

Foto: privat
Dr. med. Nicole Inselkammer

Frau Dr. Inselkammer, was war Ihre Motivation für die Gründung dieser Stiftung?

Dr. med. Nicole Inselkammer: Deutschlandweit besteht ein dringender Handlungsbedarf in Praxis, Klinik, Ausbildung, Hochschullehre und Forschung. Obwohl jedes vierte der 13 Millionen Kinder in Deutschland an zum Teil sehr schweren Hautkrankheiten leidet, so gibt es dennoch keine Fachabteilung für Kinderdermatologie an den Universitätskliniken und wenig Kliniken für die stationäre Versorgung schwerer Hautkrankheiten. Infolge der fehlenden Studien im Kindesalter sind nur 20% der insgesamt auf dem Markt erhältlichen Arzneimittel für Kinder und Jugendliche geprüft und zugelassen.

Auch in der Ausbildung bestehen Defizite, denn das Fach Kinderdermatologie wird nicht gelehrt und auch die Versorgungsforschung bei Kindern mit Hauterkrankungen weist schwere Defizite auf.


Haben Sie bestimmte Vorbilder?

Inselkammer: In Ländern wie den USA, England, Frankreich oder Italien wurden bereits Versorgungslücken mit der Schaffung einer eigenständigen Fachdisziplin „pädiatrische Dermatologie“ geschlossen.

Wie könnte man die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Hautkrankheiten noch weiter verbessern?

Inselkammer: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie benötigen spezielle Therapien und Schulungen, mehr Forschung und sozialverträgliche Versorgungstrukturen.


Welche Ziele hat die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie?

Inselkammer: Die Stiftung fühlt sich zwei Stiftungszwecken verpflichtet: Hautkranke Kinder und Jugendliche zu unterstützen und deren gesundheitliche Versorgung zu verbessern sowie Wissenschaft, Forschung, Bildung und Hochschullehre in diesem Bereich zu fördern. Dies findet in Kooperation mit dermatologischen und pädiatrischen Fachgesellschaften statt.


Wie will die Stiftung Kinderdermatologie konkret die Versorgungssituation in der Kinderdermatologie in Deutschland verbessern?

Inselkammer: Um die Versorgungssituation für Kinder mit Hautkrankheiten nachhaltig zu unterstützen, wurde ein 8-Punkte-Fördeprogramm entwickelt, welche gezielt verschiedene Gesundheitsbereiche fördert wie Praxis, Klinik, Hochschullehre und Wissenschaft sowie öffentliche Bildung.

Für hilfsbedürftige hautkranke Kinder und Jugendliche haben wir einen DSK-Hilfsfond eingerichtet, der diese Familien unterstützen soll.

Außerdem soll die groß angelegte Versorgungsstudie „HELP-Kinderderma“ die derzeitige medizinische Versorgungssituation hautkranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland erfassen.

Die dort aufgeführten Hilfsmaßnahmen und Projekte sollen zur Beseitigung der gesundheitlichen Unterversorgung auf dem Gebiet der Kinderdermatologie nachhaltig beitragen. Wir brauchen auf dem Gebiet der Kinderdermatologie den weiteren Auf- und Ausbau von krankheitsübergreifenden Netzwerken und Zentren. Dort muss das Wissen gebündelt werden, sodass kompetente Anlaufstellen für Kollegen und Patienten auf dem Gebiet der pädiatrischen Dermatologie gegeben sind.

Wir erhoffen uns, damit der Kinderdermatologie die Bedeutung zukommen zu lassen, die sie verdient hat. Dies wird vor allem den hautkranken Kinder zugute kommen.

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