Spezial Wundheilung/Phlebologie: 9. Deutscher Wundkongress und 11. Bremer Pflegekongress

Wundversorgung und Pflege nicht nach Schema F

Von Mittwoch bis Freitag, 6. bis 8. Mai 2015 finden in Bremen der 9. Deutsche Wundkongress und der 11. Bremer Pflegekongress statt.

Foto: Messe Bremen / Jan Rathke
Mediziner, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Krankenhausverwaltungen treffen sich zum Deutschen Wundkongress und Bremer Pflegekongress in der Messe Bremen.

Etwa zwölf Millionen Deutsche leiden an chronisch venöser Insuffizienz, von ihnen entwickeln fünf bis zehn Prozent ein Ulcus cruris venosum. Zur Vermeidung und Behandlung der Venenschwäche gilt die Kompressionstherapie als bewährtes Mittel. Sie ist ein Schwerpunkt beim 9. Deutschen Wundkongress von 6. bis 8. Mai, in der Messe Bremen. Neue Aspekte, Erkenntnisse und Innovationen zu diesem und anderen Themen der Wundversorgung interprofessionell zu vermitteln, das ist das Anliegen der europaweit größten interdisziplinären Tagung auf diesem Sektor. Mediziner, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Krankenhausverwaltungen lädt zeitgleich der 11. Bremer Pflegekongress zu Fortbildung, Diskussion und Austausch ein. Aufgrund stetig wachsender Teilnehmerzahlen und des breiten Themenspektrums weiten die Veranstalter 2015 die Dauer des Tagungsduos auf drei Tage aus.
Zurück zur Kompressionstherapie: Trotz ihrer Wirksamkeit wird sie selten durchgeführt, weiß Prof. Dr. med. Matthias Augustin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: „Untersuchungen zu Praxis und Expertise zeigen hier enorme Defizite.“ Patienten wiederum empfänden Kompressionsverbände häufig als lästig oder schmerzhaft, was zu einer geringen Compliance führe. Maßnahmen für eine Erhöhung des Tragekomforts fehlen jedoch in der breiten Versorgung. In einer Wundkongress-Session geht es um Standards und neue Entwicklungen der Kompressionstherapie, Workshops schulen die Teilnehmer im Anlegen dieser Verbände.
Standards, Evidenz, Vernetzung und Werte sind weitere Schwerpunkte des Wundkongresses. In den Vorträgen und Workshops gehen Experten etwa der Frage nach, wie sich die Ausbreitung von antibiotikaresistenten Keimen verhindern lässt oder mit Standards in der Wundversorgung umzugehen ist: „Jeder Patient benötigt eine individuelle Therapie, die allerdings auf der Grundlage wissenschaftlicher Standards abläuft“, sagt Veronika Gerber von der Initiative Chronische Wunden e.V., Beiratssprecherin des Deutschen Wundkongresses.
Der Fokus des 11. Bremer Pflegekongresses liegt auf Bewegung. „Sich selbstständig bewegen zu können, ist existenziell für das Wohlbefinden und für die soziale Teilhabe“, erklärt Prof. Dr. phil. Martina Roes, Beiratssprecherin des Bremer Pflegekongresses. Zur Alltagsbeweglichkeit trage alles bei, was die Eigenaktivität Pflegebedürftiger fördere. Zum Beispiel solle man Pflegebedürftigen nur Aufgaben und Handgriffe abnehmen, die sie nicht selbst bewältigen können – etwa bei der Verwendung von die Mobilität fördernden Hilfsmitteln wie Rollatoren.
Um die Erhaltung oder Verbesserung der Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen im Alltag dreht sich auch der Expertenstandard Mobilität nach §113 SBG XI, der seit Mitte Februar bundesweit in 45 Einrichtungen erprobt wird. Auf dem Kongress diskutieren Experten unter anderem diesen Standard, über dessen Verbindlichkeit in der Pflege nach Ablauf der Modellphase entschieden wird. Andere Sitzungen stellen neue Versorgungsangebote vor, etwa die mobile geriatrische Rehabilitation, bei der die Alltagsmobilität in den eigenen vier Wänden wieder hergestellt wird. Für beide Kongresse gibt es Fortbildungspunkte.

Online ist die Anmeldung bis zum 17. April möglich.

Programm, Anmeldung und weitere Informationen:
www.bremer-pflegekongress.de
www.deutscher-wundkongress.de.

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