Spezial: Sonnenschutzmaßnahmen

UV-Index zur Prävention

Die individuelle UV-Belastung ist in hohem Maße durch das eigene Verhalten
bestimmt und somit individuell kontrollierbar. Mit geeigneten Schutzmaßnahmen kann jeder das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, verringern.

Abb: „Der UV-Index“ (Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz)
Abb: „Der UV-Index“ (Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz)

Dr. Cornelia Baldermann, Bundesamt für Strahlenschutz, Neuherberg, erläutert für DERMAforum den UV-Index:
Eine wichtige Frage dabei ist, ab wann welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Vor diesem Hintergrund wurde 1994 auf Initiative des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zusammen mit der World Health Organization (WHO), der World Meteorological Organization (WMO), dem United Nations Environment Programme (UNEP), der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) und der International Agency for Research against Cancer (IARC) sowie internationalen Sachverständigen der sogenannte „UV-Index“ erarbeitet und verabschiedet.
Der UV-Index (UVI) ist ein Maß für die höchste sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke, die von der Sonne während des Tages auf einer horizontalen Fläche hervorgerufen wird. Er kann auch als eine über den Tag variierende Größe dargestellt sein. In diesem Fall wird die über den Tag ansteigende und fallende UV-Bestrahlungsstärke angezeigt. Der UV-Index ist eine weltweit einheitliche Größe, die in ganzen Zahlen von 1 bis 11+ angegeben wird. Ein UVI 7 ist in Deutschland genauso zu bewerten wie der gleiche Wert in Kenia oder Kanada. Am Äquator können Werte des UVI von 12 und höher erreicht werden. In Deutschland werden im Sommer Werte von 8 bis 9, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirgsregionen sogar noch höhere Werte erreicht. Der UV-Index ist als Skala zu verstehen, die – ähnlich wie die Richter-Skala bei Erdbeben – Richtwerte über die herrschende UV-Bestrahlungsstärke angibt. Je höher der UV-Index ist, desto höher ist die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten und desto eher sind Sonnenschutzmaßnahmen zu ergreifen.
Die UV-Index-Skala ist in verschiedene Bereiche unterteilt, für die unterschiedliche Schutzempfehlungen gelten. Der UV-Index ist somit nicht nur eine Orientierungshilfe für die zu erwartende sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke, sondern gibt auch Empfehlungen, ab welchen UV-Index-Werten welche Sonnenschutzmaßnahmen ergriffen werden sollten. Prognosen über zu erwartende Tagesspitzenwerte des UV-Index werden vom Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de/uv-prognose) und anderen Institutionen im Internet veröffentlicht. Somit ist es jedem Einzelnen möglich, bei der Planung von Aktivitäten im Freien oder Tagesabläufen in Arbeit, Schule oder Kindergärten mithilfe des UV-Index übermäßige UV-Belastungen zu vermeiden.
Da die Prognosen für den UV-Index regional ermittelt werden und nicht direkt lokal am Aufenthaltsort einer Person, gibt dieser Wert einen Hinweis auf die mögliche UV-Belastung und somit keinen exakten Messwert der tatsächlichen UV-Belastung einer einzelnen Person wieder (UV-Exposition). Er sollte daher auch nicht verwendet werden, um Eigenschutzzeiten für einzelne Person (die Zeit bis zur Ausbildung eines Sonnenbrandes) abzuleiten. Der UV-Index ist ausschließlich als allgemeiner Indikator für die Gefährdungslage bei ungeschütztem Aufenthalt im Freien zu verstehen. So angewendet, ist der UV-Index ein wertvolles Präventionsinstrument zum Schutz vor Schädigungen durch die UV-Strahlung der Sonne.

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