Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft e.V.

DMykG formiert sich neu

Im Rahmen der 48. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e.V. wurde in Salzburg der Staffelstab weitergegeben. Der Vorsitz ging von Prof. Dr. med. Martin Schaller, Tübingen, auf Prof. Dr. med. Andreas Groll, Münster, über. Als neues Vorstandsmitglied wurde Prof. Dr. med. Dieter Buchheidt, Mannheim, zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Foto: privat
Prof. Dr. med. Martin Schaller: „Die DMykG ist eine Gesellschaft, die für jeden Platz bietet und junge Wissenschaftler gerne und tatkräftig unterstützt.“

Wir baten Martin Schaller um ein Resumé und einen Rückblick auf die Vorstandsjahre in der DMykG e.V.:

 

Sie haben über sechs Jahre als Vorstandsmitglied die Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft mitgestaltet. Konnten Sie Ihre Ziele realisieren? Reicht dazu überhaupt die Zeit?

Prof. Dr. med. Martin Schaller: Die Zeit reicht nie, um alle Ziele zu realisieren. Was mir aber sehr wichtig war, wurde erreicht. Wir konnten den finanziellen Grundstock der Gesellschaft sichern und dies ist maßgeblich dem derzeitigen Schriftführer, Prof. Dr. med. Oliver Kurzai, Jena, zu verdanken. Angesicht der rückläufigen Unterstützung seitens der Industrie ist es von existenzieller Bedeutung, Partner zu finden, die eine finanzielle Sicherheit und damit den Fortbestand der Gesellschaft und ihrer Arbeit garantieren. Weiterhin haben wir zahlreiche junge und engagierte Mitglieder für die Mykologie begeistern können. Die DMykG stellt Förderpreise und Stipendien zur Verfügung wie kaum eine andere Fachgesellschaft vergleichbarer Größe.

 

Was waren Ihre besten Erlebnisse in diesen sechs Jahren?

Schaller: Mir hat die Feier zum 50. Jubiläum 2011 in Essen sehr gut gefallen und ich freue mich auch auf die 50. Jahrestagung, die 2016 wiederum in Essen – an dem Gründungsort der DMykG – stattfinden wird. Außerdem war es eine Zeit angenehmer kollegialer Kontakte. Intensiviert hat sich die Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen ausländischen Gesellschaften wie der ÖGMM, so wird nach den Standorten für die MYK in Innsbruck, Wien und Salzburg schon für die kommenden Jahre an Graz gedacht.

 

Im Laufe der mehr als 50-jährigen DMykG Geschichte, deren Ursprung in der Dermatologie liegt, hat sich die Gesellschaft interdisziplinär ausgerichtet. Profitieren davon alle Fachrichtungen?

Schaller: Es haben sich Schwerpunkte gebildet wie z.B. Hämatologie, Onkologie, Pädiatrie, Dermatologie. Vermehrt einbeziehen sollten wir die Veterinärmediziner; ansonsten sind viele Fachrichtungen, angefangen von der Chirurgie über Innere- und Intensivmedizin bis hin Ophthalmologie, vertreten, für die auch die Mykologie relevant sein kann.

 

Welche Entwicklungen innerhalb der Mykologie bzw. der DMykG sind für Dermatologen in Klinik und Praxis von Bedeutung und wie sind sie umsetzbar?

Schaller: Meines Erachtens ist es die Richtlinie der Bundesärztekammer, die den Nachweis von Infektionserregern regelt und die Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um dies in der Praxis weiterbetreiben zu dürfen. Es geht um die Umsetzung in die tägliche Arbeit. Zugegebenermaßen sind diese Richtlinien sehr arbeitsintensiv. Eine Arbeitsgruppe ist zurzeit damit befasst, den niedergelassenen Dermatologen die entsprechenden Hilfsmittel zur Durchführung der Diagnostik in der Praxis an die Hand zu geben. Es geht darum, den drohenden Verlust des mykologisch-diagnostischen Know-hows zu verhindern. So lange an den Universitäten keine bzw. immer weniger mykologische Diagnostik betrieben wird, werden auch die niedergelassen Praxen nicht aktiv bleiben. Es nützt aber nichts, diese Situation zu ignorieren, weil bereits jetzt der Bedarf groß ist und angesichts wachsender Patientenzahlen weiter steigen wird. Es geht darum, die anspruchsvollen Richtlinien der Bundesärztekammer zu erfüllen, damit die Leistungen im Sinne einer effektiven Patientenversorgung erbracht und abgerechnet werden können.

 

Wie ist Ihrer Ansicht nach der hohen Rate an Hautpilzerkrankungen, insbesondere Fuß- und Nagelpilz, entgegenzutreten?

Schaller: Es hilft eigentlich nur die breite Aufklärung der Öffentlichkeit – z.B. durch die Herstellerfirmen sowie Kliniken und Praxen. Außerdem sind es die zufriedenen Patienten, die ihrerseits die guten Erfahrungen einer sorgfältigen und erfolgreichen Therapie weiterkommunizieren. Dadurch werden Betroffene motiviert, den Weg in die dermatologische Praxis zu gehen. Und hier wiederum schließt sich der Kreis: Die Hautärzte sollten dann auch in der Lage sein, die mykologische Diagnostik durchzuführen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Dermatomykologie innerhalb der DMykG?

Schaller: Dass noch mehr jüngere Kollegen den Weg zu uns finden. Die DMykG ist eine Gesellschaft, die für jeden Platz bietet und junge Wissenschaftler gerne und tatkräftig unterstützt. So werden jährlich von der DMykG bzw. der zugehörigen MYK-Stiftung Forschungsförderpreise, Nachwuchsförderpreise, Publikationspreise/Wissenschaftspreise und Posterpreise sowie Stipendien ausgeschrieben. Seit einigen Jahren gibt es den sehr beliebten Fotowettbewerb, mit wunderbaren visuellen Eindrücken und attraktiven Gewinnchancen.

 

Das Interview führte Gabriele Henning-Wrobel

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