Nationales Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen

Gebündelte Expertise in Jena

„Ganz selbstverständlich die Hilfe des Referenzzentrums in Anspruch nehmen“, das wünscht sich Prof. Dr. med. Oliver Kurzai, Jena, von deutschen Wissenschaftlern und Ärzten, wenn es um besondere Fragestellungen geht, unsichere Diagnosen, der Beschaffung von Proben oder den Austausch von medizinischen Daten.

Foto: ghw
Prof. Dr. med. Oliver Kurzai und PD Dr. rer. nat. Kerstin Voigt

Seit Beginn des Jahres 2014 ist Prof. Dr. med. Oliver Kurzai neuer Leiter des Nationales Referenzzentrums (NRZ) invasive Mykosen in Jena. Mit dem Wissen der Mikrobiologen des HKI (Hans-Knöll-Institut), der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Universitätsklinikums sowie des Zentrums für Innovationskompetenz Septomics ist die Expertise für Pilzinfektionen in Jena so gebündelt wie kaum an einem anderen Ort in Europa. Als stellvertretende NRZ-Leiterin schätzt PD Dr. rer. nat. Kerstin Voigt die Nähe zum klinischen Geschehen und zum Patienten. Diese Verknüpfung stellt unterstützend die Internistin Prof. Dr. med. Marie von Lilienfeld-Toal mit klinischer Beratung zu Pilzinfektionen her.

 

Infektionshygiene im Labor

 

Die Anforderungen an die Infektionshygiene bei der Organisation und dem Betrieb eines mykologischen Labors erläuterte PD Dr. med. Klaus Schröppel, Tübingen, bei der 45. Tagung der Arbeitsgruppe „Klinische Mykologie“ der DMykG e.V. Neben den, so Schröppel, allseits bekannten Spielregeln des Infektionsgesetzes und der Biostoffverordnung, ging er auf die Details aus der DIN 15189 ein. Ein mykologischer Arbeitsplatz innerhalb eines Laborbetriebes muss sich nach den Vorgaben der technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe richten, der TRBA100. Dies ist bereits bei der baulichen Planung und der Ausarbeitung eines Versorgungskonzeptes wichtig. Weniger Anforderungen habe ein diagnostischer Arbeitsplatz innerhalb einer niedergelassenen Praxis zu beachten. Hier gibt der TRBA250. Werden jedoch Pilzkulturen zur Speziesdiagnostik angelegt und diese z.B. zur Gewinnung einer Reinkultur subkultiviert, so ist wegen des erhöhten Infektionsrisikos ebenfalls die Anwendung der TRBA100 vorgeschrieben. Beide TRBAs geben eine gute Anleitung zur Durchführung einer Gefährdungsanalyse mit Zuordnung der eigenen Prozesse und vor allem der zu erwartenden Mikroorganismen in eine Risikogruppe. Davon leitet sich unmittelbar die erforderliche Schutzstufe ab, in der alle erforderlichen Infektionspräventionsmaßnahmen erläutert werden. Neben den Strategien zum Schutz der Mitarbeiter standen auch die Anforderungen an die Entsorgung von Abfällen und Reststoffen im Fokus. ghw

Aktuelle Ausgabe

Hier geht es zur Archiv Anmeldung

Hier finden Sie frühere Ausgaben von DERMAforum