Spezial: Geringe Hemmschwelle beim Laser

Haartransplantationen Über veraltete und moderne Lasersysteme in der Haartransplantation und insbesondere die durch moderne Werbung verstärkte Nachfrage wird Dr. med. Frank G. Neidel, Düsseldorf, auf der DDL berichten.

In den späten Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts begann auch im Bereich der Haartransplantation die Laserarea. Der Laser sollte geeignet sein, um die Empfängerkanälchen für die Haartransplantate anzulegen.
Das erste Gerät war ein CO2-Laser der Firma Sharplan, es folgten weitere CO2-Lasersysteme wie z. B. Coherent.
Der Vorteil war ein bluttrockenes Empfangskanälchen, sehr dünn und fein. Besonders bei der Gestaltung des Haaransatzes war das eine Neuerung.
Die Nachteile sollten dauerhaft überwiegen, nur wenige Kollegen benutzten den Laser. Daran änderte auch der Er:YAG-Laser nichts, der kaum Nekrosezonen produzierte, was zu verbesserten Anwuchsraten der Haarwurzeltransplantate führte.
Wegen der hohen Betriebskosten, der umständlichen Arbeitsanordnung mit Absaugung und vor allem wegen längerer Operationszeiten und nicht besseren Resultaten als mit herkömmlichen Techniken wurde der Laser in der Haartransplantation bald Geschichte.
Der Laser hinterließ allerdings einen bleibenden Marketingeffekt, vor allem beim Verbraucher. Laser war Synonym für eine neue Zeit, für etwas ganz Modernes.
Das ist bis heute so geblieben, beim Wort „Laser in der Medizin“ fühlt sich der Patient/Verbraucher gut aufgehoben, und die Hemmschwelle für eine Anwendung ist geringer als bei einer Operation mit Skalpell.
Und einige Vorteile hat der Laser gegenüber herkömmlichen Anwendungen, das soll hier positiv herausgestellt sein.
„Müde“ Haarwurzeln stimulieren
Momentan machen sogenannte Soft-Lasersysteme zur Stimulation des Haarwuchses immer wieder Schlagzeilen in den Medien.

 

„Eines sollte man dem Patienten bei Laser- oder Lichtanwendung niemals versprechen: dauerhaften neuen Haarwuchs auf Kahlstellen durch Laser.“


Dauerhaften Haarwuchs können Sie nicht produzieren, sie arbeiten im Prinzip mit langwelligem roten Licht, erzeugen Wärme, regen die Durchblutung an, stimulieren im optimalen Fall „müde“ Haarwurzeln.
Die Soft-Laser gegen Haarausfall sind als Kappen oder Kämme zu kaufen, die Anwendung ist im Prinzip nebenwirkungsfrei.
Bei Glatzen und damit allen Formen der AGA, bei narbigen Alopezien, hilft nach wie vor eine Haartransplantation als das Mittel der Wahl.
Bei jungen Männern und Frauen, die gerade am Beginn einer Haarausfallhistorie stehen, ist der Soft-Laser ein gutes Mittel, um die Panik zu nehmen, um erst einmal mit einer Therapie zu beginnen.
Wenn es sich um vorübergehenden Haarausfall, z. B. hormonell bedingt nach Schwangerschaften, handelt, dann tut er einen guten Dienst, genau wie auch andere mögliche konservative Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung und zur Stimulation der Haarfollikel.
Eines sollte man dem Patienten bei Laser- oder Lichtanwendung niemals versprechen: dauerhaften neuen Haarwuchs auf Kahlstellen durch Laser.                                                                                                     | 

(Foto: privat)
(Foto: privat)

Kontakt
Dr. med. Frank G. Neidel
Spezialpraxis f. Haartransplantation HAIRDOC
Königsallee 30
40212 Düsseldorf
Tel.: 02 11 – 3 23 02 61
 

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