Spezial: Deutsche Stiftung Kinderdermatologie

Einsatz für Kinder in vielerlei Hinsicht

Die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie (DSK) wurde 2010 von Dr. med. Nicole Inselkammer gegründet und setzt sich seitdem für die verbesserte Versorgung zum Wohle hautkranker Kinder und Jugendlicher ein. Im DERMAforum-Interview schildert Inselkammer ihre Aktivitäten und Pläne für die Zukunft.

Foto: privat
Dr. med. Nicole Inselkammer

Frau Dr. Inselkammer, wie ist derzeit die Situation von Kindern mit Hautkrankheiten in Deutschland?

 

Inselkammer: Obwohl mehr als 25 % aller Kinder und Jugendlichen zumindest zeitweise behandlungsbedürftige Erkrankungen der Haut und Schleimhäute haben, so gibt es doch nur sehr wenige Versorgungsangebote oder Spezialambulanzen für Kinder mit chronischen, schweren oder seltenen Hautkrankheiten. Oft beginnt daher für die kleinen Patienten eine lange Odyssee der zeitintensiven und komplexen Diagnose-, Beratungs- und Behandlungsfindung. Da „sprechende“ Medizin nicht gut finanziert wird, ist die personelle Versorgungslage entsprechend schlecht und die Familien bekommen aufgrund des Zeitmangels oft nur unzureichende Aufklärung bezüglich der Erkrankung ihrer Kinder.


Wollen Sie uns Beispiele nennen, mit denen die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie konkret die Versorgungssituation von Kindern mit Hautkrankheiten in Deutschland verbessert?


Inselkammer: Bereits viele hilfsbedürftige hautkranke Kinder und Jugendliche wurden mit einem Zuschuss aus dem DSK-Hilfsfond konkret bei der Behandlung und Bewältigung ihrer schweren oder chronischen Hautkrankheiten unterstützt. Es ist schön zu sehen, wie wir damit den Kindern und Familien im Alltag helfen können. Mithilfe von Spendenaufrufen wird derzeit auch das achtjährige Flüchtlingskind Saman und seine Familie bei der medizinischen Versorgung seiner angeborenen sehr schweren Hautkrankheit, bei der sich ständig Blasen bilden, unterstützt.
Mit der aktuell laufenden „HELP-Kinderderma“ Versorgungsstudie sollen die derzeitige medizinische Versorgungssituation und das Fehlen  von spezialisierten ambulanten, aber auch stationären Anlaufstellen für hautkranke Kinder und Jugendliche in Deutschland erfasst werden. Mit den neuen Erkenntnissen sollen dann qualitätsverbessernde Maßnahmen eingeleitet werden.
Ein weiteres Beispiel ist der Ausbau des Schwerpunktes Kinderdermatologie an der Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians Universität München. Dort wurden 2015 ein kindgerechtes Untersuchungszimmer und eine Spielecke im Wartebereich eingerichtet und weiterhin der Ausbau der klinischen Versorgungssituation von Kindern mit allgemeinen, seltenen und genetischen Hautkrankheiten sowie mit Neurodermitis und deren Differentialdiagnosen gefördert. Dabei wurden unter anderem eine neue interdisziplinäre Sprechstunde für seltene und genetische Hautkrankheiten und Kinder-Neurodermitissprechstunde eingerichtet sowie die Konsiliarbetreuung mit der von Haunerschen Kinderklinik und dem Sozialpädiatrischen Zentrum ausgebaut. Außerdem läuft das Pilotprojekt „Kinderuniversität für Haut und Allergie“.

Was wünschen Sie sich für die Kinder mit Hautkrankheiten?


Inselkammer: Ich wünsche mir, dass Kinder mit schweren oder chronischen Hautkrankheiten künftig auch etwas Normalität im Alltag verspüren und sorgenfreie Momente erleben. Weiterhin wünsche ich mir, dass diese Kinder und ihre Familien von spezialisierten Ärzten in etablierten Strukturen versorgt werden, die sich für die Beratung und Versorgung auch Zeit nehmen können. Mit der Fortführung der individuellen Hilfsmaßnahmen für bedürftige Familien und den gezielten Projekten sind wir sehr zuversichtlich, dass wir nachhaltig zu einer besseren Versorgunglage auf dem Gebiet der Kinderdermatologie beitragen können.

An der Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians Universität München wurden 2015 ein kindgerechtes Untersuchungszimmer und eine Spielecke im Wartebereich eingerichtet. (Fotos: DSK)

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