Frischer Wind beim 7. Jugendcamp des Deutschen Psoriasis Bundes (DPB)
Zum diesjährigen 7. Jugendcamp des Deutschen Psoriasis Bundes (DPB) trafen sich 22 Jugendliche aus sieben Bundesländern im August für vier Tage in der wunderbar mitten in der Natur gelegenen Jugendherberge Biggesee in Olpe.
Das traditionelle Jugendcamp des DPB fand in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. 22 Jugendliche aus sieben Bundesländern trafen sich für vier Tage, um miteinander zu reden, sich offen
auszutauschen und persönliche Fragen zu Krankheit und Lebenssituation an die beiden Referenten, PD Dr. med. Sascha Gerdes, Dermatologe aus Kiel, und Rolf Bäumer, Psychologe aus Berlin, zu
stellen. Erstmals hatten die vier Jugendmentoren des DPB, zwei aus dem Norden, zwei aus dem Süden, die Verantwortung für Planung und Organisation übernommen.
Seit sechs Jahren kommen Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr einmal im Jahr für ein Wochenende zusammen, um sich zwanglos unter Gleichgesinnten zu bewegen und Spaß zu haben. Sie tauschen sich über
Therapien und Lebensstrategien aus, lernen voneinander und nehmen professionelle Unterstützung durch einen Arzt und einen Psychologen in Anspruch.
Es war eigentlich so wie in den Jahren zuvor: tolle Stimmung, bewährte Organisation, empathische Referenten. Und doch war vieles anders. Es war das erste Jugendcamp, das von den vier
Jugendmentoren geplant, organisiert und geleitet wurde. Es war das erste Jugendcamp, das vier Tage dauerte. Und es war das erste Jugendcamp, bei dem sich von der ersten Stunde an ein harmonisches
Gruppengefühl einstellte. Ein Qualitätssprung. Darin waren sich alle 22 Teilnehmer einig.
Die einzigen Störenfriede – die Wespen. Die Gruppenarbeit war intensiv und emotional, die gemeinsame Freizeitgestaltung wurde dominiert von Sport und Spaß: Am Abend des ersten Tages eine
Nachtwanderung, am zweiten Abend eine „Geschicklichkeits-Olympiade“ und am Nachmittag des dritten Tages eine Kanutour auf dem Biggesee. Daneben viele Einzelgespräche mit den Referenten, und vor
allem viele Gespräche untereinander, zwischen Jugendmentoren und Teilnehmern, zwischen Camp-Erfahrenen und Camp-Neulingen.
„Für meine Idee eines Camps für jugendliche Psoriatiker fand ich 2008 in der Firma Pfizer einen aufgeschlossenen Partner, der uns seit der Realisierung des ersten Camps 2009 tatkräftig
unterstützt. Es ist einfach toll zu sehen, wie sich das Jugendcamp in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, und es macht großen Spaß, an neuen Konzepten für die Zukunft zu arbeiten“, sagt
Ottfrid Hillmann, Vorsitzender des DPB und „Gründungsvater“ des Jugendcamps.
Die auf dem 6. Jugendcamp in Berlin 2014 offiziell vorgestellten Jugendmentoren hatten für das 7. Jugendcamp die inhaltliche Planung und die organisatorische Leitung übernommen. Aufgabe der
Jugendmentoren ist es, Ansprechpartner für betroffene Jugendliche zu sein und das Jugendcamp weiterzuentwickeln. Die Jugendmentoren wollen beim Leben mit der Krankheit Vorbild für andere
Jugendliche sein, anderen Jugendlichen beim Umgang mit der Krankheit helfen, Mut machen und zeigen, dass auch Jugendliche mit Psoriasis Spaß haben und das Leben genießen können.
Für den Dermatologen und den Psychologen im Jugendcamp waren die neue Verantwortung der Jugendmentoren und die Verlängerung um einen Tag ein Qualitätssprung. „Die Jugendmentoren haben die
Teilnehmer professionell durch das Camp gesteuert und viele Fragen außerhalb der offiziellen Arbeitsgruppen mit Rolf und mir beantworten können. Sie sind zu Vorbildern geworden. Und dadurch, dass
wir einen Tag mehr Zeit hatten, war der gesamte Ablauf viel entspannter als bei früheren Jugendcamps“ so Gerdes, Leiter des Bereichs Klinische Studien im Psoriasis-Zentrum, Klinik für
Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.
Psychologe Bäumer ist seit 2010 Referent bei den Jugendcamps. Er plädiert schon seit Jahren dafür, die psychosoziale Betreuung und Begleitung in die Versorgung von jugendlichen Psoriatikern
strukturiert aufzunehmen. „Die Einbindung kann im Rahmen von Leitlinien erfolgen. Dafür sollten sich sowohl Kliniker als auch niedergelassene Dermatologen einsetzen. Ein kurzes Gespräch in der
Sprechstunde ist wahrlich nicht ausreichend. Dann wäre auch ein weiterer Schritt im Rahmen der multiprofessionellen Arbeit in der Psoriasis getan. Psychologen gehören in die Leitlinien Gruppe und
in den Stellenplan einer dermatologischen Klinik, die Psoriasis behandelt.“
Für 2016 sind zwei Jugendcamps geplant. Zum einen für Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr, zum anderen für Jugendliche vom 17. bis zum 25. Lebensjahr. Diese neue altersgerechte
Differenzierung trägt noch stärker den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer Rechnung. Mit dem bundesweiten Einbezug der niedergelassenen Dermatologen und deren Engagement für die
DPB-Jugendcamps könnte das Konzept qualitativ auf eine neue Ebene gehoben
werden.