Innovationspreis – Platz zwei

Protein lässt Krebszellen wachsen

Den zweiten Platz beim Innovationspreis 2014 des Arbeitskreises der BioRegionen belegten Wissenschaftler aus Regensburg mit ihrer Forschung zu Metastasen beim Hautkrebs.

Foto: christian martin fotografie, Hamburg
Die Gewinner des Innovationspreis der BioRegionen Deutschlands

„Impfungen benötigen oft mehrere Injektionen, bevor sie ihren vollen Schutz entfalten. Die dafür nötigen Arztbesuche sind in Entwicklungsländern sehr schwer zu koordinieren und in der westlichen Welt werden sie von Patienten als zeitraubend und lästig empfunden“, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Wilfried Weber, erster Preisträger des Innovationspreises.. „Impfungen werden daher häufig nicht planmäßig abgeschlossen. Das ist schlecht für den Therapieerfolg und teuer für das Gesundheitssystem.“

Sein Team hat in den vergangenen Jahren eine Möglichkeit entwickelt, den Impfstoff durch eine einzige Injektion im Körper zu deponieren und später durch eine Tablette freizugeben. Ein Wirkstoffdepot im Körper ist nicht neu, wohl aber die Möglichkeit, einen Wirkstoff nicht kontinuierlich, sondern stufenweise abzugeben – so wie es beispielsweise für Impfungen benötigt wird. Nun soll ein Unternehmen gegründet werden, das die Erfindung soweit fortentwickelt, dass sie in der Praxis angewendet werden kann.

Damit erfüllt das Team aus Freiburg die Kriterien des Arbeitskreises der BioRegionen in Deutschland, der in diesem Jahr bereits zum siebten Mal einen Preis für innovative Biotechnologie-Erfindungen vergibt.

Mit dem Innovationspreis der BioRegionen werden jährlich drei herausragende wissenschaftliche Ideen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen prämiert. Neben einer neuartigen, wissenschaftlichen Idee aus der Biotechnologie steht dabei auch die wirtschaftliche Nutzung der Erfindung im Vordergrund.

Der zweite Platz ging in diesem Jahr nach Regensburg: Die Pathologin Prof. Dr. rer. nat. Anja-Katrin Bosserhoff und der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Claus Hellerbrand haben erkannt, dass ein Protein dafür mitverantwortlich ist, dass Hautkrebszellen Metastasen bilden. Die Deaktivierung dieses Proteins könnte in Zukunft die Überlebenschancen von Patienten mit Malignem Melanom deutlich erhöhen.

Auch beim zweit- und drittplatzierten Team ist für die Zukunft eine Unternehmensgründung geplant, die durch Patentanmeldungen der beteiligten Forschungseinrichtungen ermöglicht wird. Unternehmensgründungen auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse sind eine wichtige Möglichkeit, Ideen aus der Grundlagenforschung für Patienten verfügbar zu machen. Diese sogenannten Spin-offs arbeiten mit Hochdruck und Ehrgeiz daran, marktfähige Produkte zu entwickeln. Dafür müssen sie in umfangreichen klinischen Studien die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit der neuen Medikamente unter Beweis stellen. Gelingt dies, findet sich häufig ein Käufer aus dem Kreis der etablierten Pharmaunternehmen, der den neuen Wirkstoff in großen Mengen produzieren und vertreiben kann.

Die erfahrenen Wissenschaftler und angehenden Unternehmer erwarten neben der Forschungsarbeit die aufwendigen Zulassungsverfahren und immer wieder Verhandlungen mit möglichen Geldgebern. Bereits vorhandene Kooperationen mit der Wirtschaft sind da oft von Vorteil und werden über die BioRegionen und ihre Netzwerke erleichtert. Und auch die Aufmerksamkeit, die die Teams durch den Innovationspreis in der Fachwelt erhalten, ist ein wertvoller Antrieb für die weitere Entwicklung. idw/ve

 

Weitere Infos:

Technologiepark Heidelberg

Aktuelle Ausgabe

Hier geht es zur Archiv Anmeldung

Hier finden Sie frühere Ausgaben von DERMAforum