Besser proaktiv therapieren

Psoriasistherapie Bei der topischen Therapie der Psoriasis mit einem Sprühschaum aus einer Fixkombination von Calcipotriol und Betamethasondipropionat erzielt eine proaktive Therapie nach Abheilung eine bessere Wirksamkeit als eine rein reaktive Therapie.

Die Zeit bis zum ersten Rückfall hat sich für 50 % der Patienten unter proaktiver Therapie von 28 auf 56 Tage gesteigert, somit verdoppelt. (Grafik: Leo Pharma GmbH)
Die Zeit bis zum ersten Rückfall hat sich für 50 % der Patienten unter proaktiver Therapie von 28 auf 56 Tage gesteigert, somit verdoppelt. (Grafik: Leo Pharma GmbH)

In der sogenannten PSO-LONG-Studie wurde die Wirksamkeit von Enstillar®-Sprühschaum, einer Kombination aus Calcipotriol und Betamethasondipropionat, untersucht.
Dabei verglich man die alleinige reaktive Therapie sichtbarer Psoriasisherde bis zur Abheilung mit einer darüber hinausgehenden proaktiven Erhaltungstherapie über 52 Wochen. Die Ergebnisse präsentierte Studienleiter Prof. Dr. med. Diamant Thaçi auf einem Pressegespräch der LEO Pharma GmbH in Lübeck.
Rückfallrisiko reduziert
An der klinischen randomisierten Phase-III-Studie nahmen 545 Patienten mit leichter bis schwerer Psoriasis teil. Die meisten Patienten (82 %) hatten eine mittel­schwere Ausprägung der Läsionen. Das mittlere Alter lag bei 52 Jahren, ca. zwei Drittel der Patienten waren männlich.
Zunächst wurden alle Patienten über vier Wochen einmal täglich mit dem Sprühschaum behandelt. Diejenigen Patienten, bei denen die befallenen Hautareale vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt waren, was bei 80 % der Fall war, wurden jeweils zur Hälfte randomisiert einem der beiden Behandlungsarme zugeordnet:

  1. Reaktives Management, d. h. Sprühschaum ohne Wirkstoff zweimal/Woche
  2. Proaktives Management, d. h. Sprühschaum zweimal/Woche.

Bei einem Rückfall erhielten die Patienten beider Gruppen zusätzlich für jeweils vier Wochen einmal pro Tag den Sprühschaum mit der Fixkombination. Als primärer Endpunkt wurde die Zeit bis zum ersten Rückfall definiert.
Sie betrug bei 50 % der Patienten in der proaktiven Gruppe 56 Tage, in der reaktiven Gruppe dagegen 30 Tage. Die Zeit bis zum ersten Rückfall hat sich für 50 % der Patienten mit proaktiver Therapie verglichen mit Patienten unter reaktiver Therapie verdoppelt (Abbildung rechts oben), erklärte Thaçi.
Sekundäre Endpunkte waren die Anzahl der Tage in Remission während der Erhaltungsphase sowie die Anzahl von Rückfällen während der Erhaltungsphase.
Sicherheit und Verträglichkeit in beiden Probandengruppen ähnlich
Hierbei stellte sich heraus, dass die Patienten mit proaktiver Therapie durchschnittlich 41 Tage länger in Remission blieben als die reaktiv behandelten Patienten. Die Anzahl der Rückfälle reduzierte sich um 46 %.
Unter der reaktiven Therapie zeigten ungefähr genauso viele Patienten unerwünschte Ereignisse wie unter der proaktiven Therapie.

 

„Eine proaktive Anwendung von einer Sprühschaum-Fixkombination ist der reaktiven Therapie hinsichtlich der Wirksamkeit überlegen mit vergleichbarem Sicherheitsprofil.“

Auch die Abbruchrate war in beiden Studienarmen vergleichbar (ein Patient unter reaktiver und zwei unter proaktiver Therapie). Auch Rebounds, d. h. enorme Verschlechterungen nach Therapie, traten in beiden Gruppen etwa gleich selten (sechs bzw. sieben Rebounds) auf. Haut­atrophien wurden bei keinem Patienten beobachtet – ein wichtiger Gesichtspunkt für Psoriasis-Patienten, die eine Langzeittherapie brauchen.  |  vs

Kontakt
Prof. Dr. med. Diamant Thaçi
Institut und Sektion für Entzündungsmedizin
UKSH – Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160, Haus V50
23538 Lübeck

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