Verleihung des Dr.-Manfred-Plempel-Stipendiums

Ein Stipendium trägt seinen Forschergeist weiter

Auf der 50. Jahrestagung der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft e. V. (DMykG), die vom 8. bis 10. September 2016 in Essen stattfindet, wird das Dr.-Manfred-Plempel-Stipendium vergeben. Für DERMAforum berichtet Gabriele Henning.

(Foto: Marianne Plempel)
(Foto: Marianne Plempel)

Das Dr.-Manfred-Plempel-Stipendium soll mit einer Summe von 15.000 Euro einem/r jungen Mykologen/in die Finanzierung eines Forschungsaufenthaltes in medizinischer Mykologie mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der diagnostischen Grundlagenforschung oder diagnostischen Fortbildung an einer angesehenen Institution – insbesondere auch im Ausland – ermöglichen.
Erster Dr.-Manfred-Plempel-Stipendiat war 1997 Prof. Dr. med. Martin Schaller, Tübingen. Das Stipendium wurde ihm im Rahmen der Myk 1997 in Aachen verliehen. Sein Forschungsbericht zum Thema: „Untersuchungen zur Regulation sekretorischer Aspartatproteinasen in einem oralen Candidose-Modell und in vivo“ ist nachzulesen in mycoses.


Warum gibt es dieses Stipendium?


Wir fragten die Stifterin, Frau Marianne Plempel:. „Mein Mann, Dr. Manfred Plempel, starb 1994 im Alter von 64 Jahren plötzlich und unerwartet. Das war ein schwerer Schock und es folgte eine lange Zeit der Trauer.“ Im Jahr 1967 meldeten die Bayer-Forscher Dr. Manfred Plempel und Dr. Karl-Heinz Büchel die Substanz Clotrimazol als Patent an.


Meilenstein für jeden Stipendiaten


In der Reihe der Innovationen in der Pharmazie stehen für das Jahr 1969 die Azole der Firma Bayer mit den Erstbeschreibern bzw. Erfindern Büchel und Plempel. Im Sinne der mykologischen Forschung und Weiterentwicklung stiftet Frau Marianne Plempel der DMykG ein Stipendium, das den Namen ihres Mannes trägt. Für jeden Stipendiaten ist es ein Meilenstein in der wissenschaftlichen Laufbahn. Das Erbe Plempels wird somit vielfältig weitergetragen.


Leben und Werk


Über das Leben und Werk Dr. Manfred Plempels erschien 1998 in mycoses eine umfassende Arbeit von Prof. Johannes Müller (Mycoses 41, Suppl 1) 20-26 (1998).
Darin beschreibt Müller den beruflichen Werdegang und die entscheidenden Schritte seines Erfolgs. So heißt es, dass einige Begegnungen und Wegbegleiter wichtige Impulse zur Forschungsarbeit Plempels setzten und auch seine Vorbilder waren. Darunter sein Doktorvater Prof. Hans Burgeff in Würzburg und die spätere Zusammenarbeit mit dem Nobelpreisträger Prof. Adolf Butenandt am Max-Planck-Institut in München. 1963 wechselte er in die pharmazeutische Industrie.


Dr. Manfred Plempel – der Mensch


Da ist die Rede von „großzügiger kollegialer Hilfsbereitschaft“, „gütiger, kollegialer Umgang mit seinen Mitarbeitern,“ die ihm über Jahrzehnte treu blieben.
Sein Erscheinungsbild war leger, braungebrannt und schlank. „Er machte in jeder Hinsicht eine gute Figur“ und war in jungen Jahren noch dazu sportlich unterwegs als 100- und 200-Meterläufer um die Deutsche Meisterschaft. Er schätzte gutes Essen und Trinken und eine gute Pfeife. Eine kleine Sammlung trug er in einem eleganten Köfferchen bei sich. Es ist zu vermuten, dass er sein Leben und alle, die dazugehörten, liebte. Ein intensives – aber etwas zu kurzes – Leben, aus dem er der Mykologie ein großes Erbe hinterlassen hat. In der Abschiedsrede vom 8. November 1994 zur Bestattung von Dr. Manfred Plempel fand Prof. W.-D. Busse, Bayer, einfühlsame Worte für einen äußerst verdienten Mitarbeiter, einen unermüdlichen und beharrlichen Forscher, engagierten medizinischen Mykologen und geschätzten Menschen. Plempel war es, der für Bayer das erste und bis heute (vielleicht) bedeutendste Antimykotikum, Clotrimazol, maßgeblich entwickelte. Für die bisherigen Stipendiaten und für die Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft ist Dr. Manfred Plempel ein großes Vorbild.             ghw

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verleihung des Stipendiums 2013 in Tübingen an Dr. med. Cornelia Wiegand (re.) durch Frau Marianne Plempel (Mitte) und Prof. Dr. med. Martin Schaller (li.) (Foto: ghw)

 

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