10. Meeting Phlebologie & Lymphologie

Ein Kongress feiert Jubiläum

Zum zehnten Mal in Folge fand der Kongress mit dem Schwerpunkt Phlebologie und Lymphologie im Juni am Fleesensee statt. Im besonderen Ambiente kamen Ärzte, Therapeuten und Experten aus dem Sanitätsfachhandel zum interdisziplinären Wissensaustausch zusammen. Veranstaltet wurde der Kongress von der Nowecor AG, unterstützt durch die Firma medi.

Dr. med. Siegfried Krishnabhakdi referiert über die Zukunftsperspektiven in der Gefäßmedizin. (Foto: medi)
Dr. med. Siegfried Krishnabhakdi referiert über die Zukunftsperspektiven in der Gefäßmedizin. (Foto: medi)

Die Veranstalter Siegfried Seidel, Vorstandsvorsitzender Nowecor AG, Martin Sprödhuber, Leiter Medical National bei medi, und Seminarleiter Dr. med. Gerd R. Lulay, Chefarzt, Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie Gefäß- und Lymphzentrum Nord-West am Mathias-Spital Rheine, begrüßten das Publikum. Es wurde deutlich, wie stark sich das Meeting in der Fachwelt in den vergangenen zehn Jahren als feste Größe etabliert hat und welche besondere Stellung es heute einnimmt. „Persönlich, individuell und querdenkend“ – mit diesen Worten beschreibt Dr. Lulay das Meeting im Vergleich zu den großen Fachkongressen. Das hohe Ansehen der Veranstaltung spiegelte sich auch in den Antworten bei der Teilnehmer­umfrage wider: Fast die Hälfte aller Teilnehmer legten über 400 Kilometer zum Fleesensee zurück; 34 Prozent nahmen in der Vergangenheit bereits mehr als dreimal an dem Meeting teil.


Weiterbildung und Wissensaustausch im Mittelpunkt


Zwei Tage lang bot sich den Teilnehmern ein hochwertiges und abwechslungsreiches Programm aus Workshops und insgesamt 24 Fachvorträgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Besonders im Fokus standen Behandlungsmethoden und Leitlinien für verschiedene lymphologische Erkrankungen. Prof. Dr. med. Eberhard Rabe, Lübeck, erläuterte in seiner Präsentation Häufigkeit, Diagnose und Therapie des Postthrombotischen Syndroms, während Dr. med. Thomas Noppeney, Nürnberg, die neuen Leitlinien zur tiefen Venenthrombose darlegte. Prof. Dr. med. Achim Mumme, Bochum, und Prof. Dr. med. Houman Jalaie, Aachen, diskutierten unterschiedliche Behandlungsstrategien einer akuten Venenthrombose. Die Vielseitigkeit der Themenfelder zeigte der Vortrag von Rechtsanwältin Eva-Maria Baumann, Mannheim. Sie erläuterte dem Fachpublikum den Paragrafen 299 a und b StGB, der am Samstag, 4. Juni in Kraft trat. Dieser regelt sowohl die Tatbestände als auch das Strafmaß bei Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen.
Spannend gestaltete sich der Ausblick von Dr. med. Siegfried Krishnabhakdi, Herford, auf die Zukunftsperspektiven in der Gefäßmedizin.
Er bezeichnete die Medizin als „weiblich“, schließlich seien heute schon zwei Drittel der Studienanfänger Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhält somit auch bei Ärzten einen immer höheren Stellenwert. Das stellt sowohl Krankenhäuser als auch Praxen vor neue Herausforderungen in der Unternehmensführung.
Der Vortrag von Dr. med. Thomas Petzold, Saarbrücken, ließ mit dem Titel „Thrombose par effort“ zunächst Raum für Spekulationen. Doch bereits in der Einleitung wurde deutlich, dass dabei in erster Linie die Auswirkungen starker körperlicher Belastung gemeint sind, beispielsweise bei Sportlern wie Marathonläufern. „Jeder Lauf schädigt die Gefäße in den Muskeln, weshalb das Tragen von Kompressionsstrümpfen auch hier durchaus sinnvoll ist“, erklärte Petzold. Ein bisher häufig unterschätztes Risiko ist jedoch die oftmals weite Anreise, die zu einem Marathonlauf zurückgelegt wird. Langes Sitzen – ob im Flugzeug oder im Auto – nach einem anspruchsvollen Lauf kann das Risiko einer tiefen Venenthrombose verdreifachen.
Auch der Vortrag von Jürgen Schwabe, selektiver Vertragsreferent Barmer GEK, sorgte im Anschluss für rege Diskussionen. Er stellte ein integriertes Versorgungsmodell für die Lymphologie vor. Besonders die Kostenaufteilung und die Vergütung einer stationären Entstauungstherapie bei Lymphödemen waren Themen der späteren Gespräche. Kerstin Protz, Beraterin für Wundversorgungskonzepte, stellvertretende Vorsitzende, Wundzentrum Hamburg, präsentierte die Ergebnisse der bundesweiten Studie „Wie wickelt Deutschland?“ zum Thema Kompressionstherapie und Bandagierung. Gerade in der Ausbildung des Pflegepersonals gibt es hier noch großes Optimierungspotenzial. Die fehlenden Fachkenntnisse spiegelten sich sehr deutlich in den Ergebnissen des Praxistests wider, bei dem nur neun Prozent von über 500 Teilnehmern mit einer Kompressionsbandagierung einen therapierelevanten Zielwert erreichten.


Interdisziplinäres Netzwerken


In den Diskussionsrunden nach den Workshops und Fachvorträgen sowie bei den Abendveranstaltungen bot sich ausreichend Gelegenheit für einen intensiven Austausch. Die entspannte und freundschaftliche Atmosphäre innerhalb der Kursteilnehmer, das besondere Flair und die hochwertigen Vorträge komplettierten den Kongress auch in diesem Jahr zu einem rundum gelungenen Event.

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