Vereinigung Rheinisch-Westfälischer Dermatologen

PDT-Preis 2015 verliehen

Anlässlich der 48. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Berlin wurde zum 6. Mal der PDT-Preis verliehen. Der Forschungspreis wird vergeben für wegweisende Arbeiten zur Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Photodynamischen Therapie sowie der Fluoreszenzdiagnostik von Erkrankungen der Haut.

Foto: hsm
Verleihung des PDT-Preises 2015 (v. r. n. l.): Prof. Dr. med. Percy Lehmann (Vorsitzender des Kuratoriums des PDT-Preises), Dr. med. Annette Klein (Preisträgerin), Dr. med. Andreas Jäckel (Leiter der Abteilung Medizin, Galderma)

Der PDT-Preis wird von der Vereinigung Rheinisch-Westfälischer Dermatologen ausgeschrieben und traditionell gestiftet vom Galderma Förderkreis e. V.
Der diesjährige PDT-Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, ging an Priv.-Doz. Dr. med. Annette Klein, Oberärztin der Abteilung für Dermatochirurgie und Dermatologie, Artemed Fachklinik München. Klein und ihre Arbeitsgruppe haben sich um die Erforschung von Optionen zur Schmerzreduktion während der Anwendung der PDT verdient gemacht.
Sie erhielt die Auszeichnung für die Arbeit „Comparing cold-air analgesia, systemically administered analgesia and scalp nerve blockse for pain management during photodynamic therapy for actinic keratosis of the scalp presenting as field cancerization: a randomized controlled trial.” Die Arbeit ist zur Publikation im British Journal of Dermatology (BJD) angenommen.


Zusammenfassung und Bewertung


Die Photodynamische Therapie (PDT) ist eine sehr effektive Methode zur Behandlung von aktinischen Keratosen (AKs), insbesondere bei ausgedehnten Befunden (sogenannte Feldkanzerisierung). Bei diesen Patienten wird die Therapie häufig unter stationären Bedingungen durchgeführt, da die Behandlung sehr schmerzhaft ist und Maßnahmen zur Analgesie getroffen werden müssen.
In einer randomisierten, kontrollierten Studie an 32 männlichen Patienten mit einer Feldkanzerisierung (AKs Grad I und II an Kopf und Stirn) wurde die Effektivität von drei unterschiedlichen analgetischen Maßnahmen untersucht. Gruppe 1 erhielt ca. 30 Minuten vor Beginn der PDT kraniale Leitungsblockaden mit Ropivacain 0,75 %, Gruppe 2 erhielt Piritramid 7,5 mg intravenös in Kombination mit Metamizol 40 Tropfen und Kühlung, Gruppe 3 erhielt lediglich Kühlung während der PDT. Primärer Endpunkt der Studie war der maximale Schmerz während der Behandlung, welcher mittels Visueller Analogskala (VAS) ermittelt wurde. Zusätzlich wurden Stresshormone und hämodynamische Parameter gemessen. Patienten der Gruppe 1 hatten signifikant weniger Schmerzen während der Therapie (VAS 2,1±1,3) als Patienten der Gruppen 2 (7,3±1,1) und 3 (8,4±2,0), während zwischen Gruppe 2 und 3 kein signifikanter Unterschied bestand. Auch der systolische Blutdruck stieg bei Patienten der Gruppe 1 weniger stark an. Es konnte keine Korrelation zwischen Schmerz und Stresshormonniveau gefunden werden.


Relevanz bzw. perspektivische Bedeutung für die klinisch-praktische Dermatologie


In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass kraniale Leitungsblockaden ein sehr effektives Verfahren zur Schmerzreduktion während der fotodynamischen Therapie darstellen, ohne Einfluss auf den Therapieerfolg. Insbesondere für Patienten mit einem großflächigen Befall/Feldkanzerisierung stellt das Verfahren eine gute Option zur Analgesie dar.                                  hsm

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