Grundlagenforschung in der Pathogenese der Psoriasis

Theodor-Nasemann-Stipendium 2014 geht an Lübecker Forscher

Das Theodor-Nasemann-Stipendium, benannt nach dem emeritierten Direktor der Universitäts-Hautkliniken Frankfurt/Main und Hamburg, wurde traditionell im Rahmen des 14. Benjamin-von-Lipschütz-Symposiums am 14. Februar 2014 in Köln vergeben.

Das Stipendium, über deren Vergabe ein unabhängiges Kuratorium unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Gerd Plewig entschied, war diesmal ausgeschrieben für Forschungsaktivitäten zum Themenkreis „Spektrum autoinflammatorischer Erkrankungen“.
Das Stipendium 2014 geht an Dr. med. Christian David Sadik, Universitäts-Hautklinik Lübeck, für seine Forschungsaktivitäten zur Rolle des angeborenen Immunsystems, speziell von Neutrophilen, bei chronischen Entzündungserkrankungen.
Sadik und Kollegen konnten in Arthritis-Modellen nachweisen, dass Neutrophile bei Entzündungen möglicherweise weit mehr Funktionen ausüben als bisher angenommen. Sie scheinen gerade in frühen Stadien ihre Rekrutierung ins Zielgewebe selbst zu steuern und durch Bildung von unterschiedlichen Mediatoren Entzündungsprozesse zu beeinflussen. Das Stipendium soll zur Erforschung der Rolle der Neutrophilen in der Pathogenese der Psoriasis vulgaris verwendet werden. Bei dieser auch autoinflammatorisch vermittelten Erkrankung kommt es – wie bei der chronischen Arthritis – zu einer massiven Rekrutierung von Neutrophilen in der Haut, ohne dass ihre Rolle für den Verlauf dieser Erkrankung abschließend bekannt ist. Ein besseres Verständnis der Rolle der Neutrophilen könnte Wege zu spezifischeren Therapieoptionen bei Psoriasis ebnen.

 

Foto: hsm

Stipendiat im Kreis der Kuratoriumsmitglieder und Stifter (v.l.n.r.):
Dr. med. A. Jäckel (Leiter Abteilung Medizin Galderma), Prof. Dr. med. M. Röcken (Tübingen), Stipendiat Dr. med. Ch. Sadik (Lübeck), Kuratoriums-Vorsitzender Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. G. Plewig (München), Prof. Dr. med. K. Scharffetter-Kochanek (Ulm), Prof. Dr. med. M. Hertl (Marburg), Prof. Dr. med. D. Zillikens (Lübeck), es fehlen Prof. Dr. med. Th. Schwarz (Kiel) und Frau Marion Bock (Vorsitzende des Galderma Fördekreises e.V.)

 

Engagement für die Forschung


Dieses alle zwei Jahre vergebene Stipendium soll jungen Forschern aus dem Bereich der Dermatologie die Möglichkeit geben, dem jeweiligen Ausschreibungsthema entsprechende Forschungsarbeiten durchzuführen und dazu geeignete, neue wissenschaftliche Arbeitsmethoden zu erlernen. Das Stipendium wird vom Galderma Förderkreis e.V. gestiftet und ist mit 10.000 Euro dotiert. Es gehört traditionell zu den wissenschaftlich renommiertesten Förderpreisen in der Dermatologie.
Der Stipendiat Dr. med. Christian Sadik hat sein Medizinstudium in Düsseldorf absolviert. Er ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie (Ausbildung in Frankfurt) und war einige Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Harvard Medical School in Boston. Seit 2012 leitet er die Arbeitsgruppe „Bioaktive Lipidmediatoren und Neutrophile in der Autoimmunität“ an den Uni‧kliniken Schleswig-Holstein in Lübeck und absolviert dort seine Facharztausbildung an der Klinik für Dermatologie.


Wissenschaft auf höchstem Niveau


Alle zwei Jahre veranstaltet der Galderma Förderkreis e.V. (Vorsitzende: Marion Bock, Geschäftsführerin Galderma) das wegen seiner familiären Atmosphäre und gleichzeitig hohen wissenschaftlichen Reputation in Fachkreisen hoch geschätzte Benjamin-von-Lipschütz-Symposium.

Ein international besetztes Expertengremium diskutiert unter dem Vorsitz von Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Gerd Plewig die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, diesmal zum Thema „Spektrum autoinflammatorischer Erkrankungen“. hm

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