Melden ist ganz einfach!

Filler-Nebenwirkungen Zum Schutze der Patienten gegen unlautere oder auch unqualifizierte Fillerbehandlungen haben sich verschiedene Fachgesellschaften zusammengeschlossen. Dr. med. Tanja C. Fischer, Potsam, und Dr. med. A. Ziah Taufig, Köln, berichten.

Injektionen von Füllmaterialien sind wirksame und erfolgreiche Behandlungen in der ästhetischen Medizin. Sie sind aber keineswegs ungefährlich, sondern können zu erheblichen Nebenwirkungen führen, insbesondere wenn sie von medizinischen Laien durchgeführt werden. Um die Qualität der Behandlung im Sinne des Patientenschutzes sicherzustellen, haben sich unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinum- und Filler-Therapie e.V. (DGBT) mit ihrem Beauftragten Dr. med. Klaus Hoffmann, Bochum, die ästhetisch-medizinisch tätigen ärztlichen Fachgesellschaften „Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)“, „Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC)“, „Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC)“, „Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD)“, „Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)“, „Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)“ und die „Deutschsprachige Gesellschaft für Aesthetische Medizin und Fortbildung (DGAuF)“ zusammengeschlossen.

Grafik: DGAuF
Grafik: DGAuF

Nebenwirkungen erfassen ist Qualitätsicherung
Die systematische Erfassung der Fillernebenwirkungen ist ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung. In der Vergangenheit wurden mehrere Register geführt: an der Hautklinik der Berliner Charité als International Filler Safety Study, bei der DGPRÄC als Fillerregister oder bei der DGAuF als Nebenwirkungsregister. Die mangelnde Akzeptanz dieser Register ist auf das bisher nur schwach ausgebildete Bewusstsein über die Bedeutung der Nebenwirkungen sowie die Unübersichtlichkeit zurückzuführen. Im Ergebnis hat dies dazu geführt, dass die gemeldeten Nebenwirkungen weit hinter den in der ästhetisch-medizinischen Wirklichkeit auftretenden Zahlen zurückgeblieben sind. In Anbetracht der mittlerweile großen Bandbreite an Möglichkeiten der Faltenbehandlung mittels unterschiedlicher Wirkstoffe wird im Rahmen der Zusammenführung der Register auch das Auftreten von Nebenwirkungen nach weiteren ästhetischen Behandlungen aufgenommen. Hierzu zählen die Injektion von Botulinum, Fäden, Eigenfett, Laser sowie Nebenwirkungen nach Kombinationsbehandlungen.
Das neue Portal www.fillersicherheit.de, das direkt oder über Links der beteiligten Fachgesellschaften erreicht werden kann und in Kürze online geht, ermöglicht eine einfache Meldung innerhalb von zwei Minuten. Bei der Online-Eingabe werden nur wenige Angaben abgefragt: Name, Anschrift und Kontaktangaben des meldenden Arztes. Dabei kann auch angegeben werden, ob und auf welchem Weg der Meldende für Rückfragen kontaktiert werden darf. Bei der gemeldeten Nebenwirkung sind die Patientendaten anonym. Es wird nach dem Datum der Behandlung, dem verwendeten Präparat (Auswahl aus Dropdown-Menü) gefragt und von welcher Berufsgruppe (Arzt/Heilpraktiker/Kosmetiker) die Behandlung durchgeführt wurde. Die aufgetretenen Nebenwirkungen (ebenfalls als Dropdown-Menü) und die Einschätzung von deren Schweregrad (leicht/mittel/schwer) werden erfragt.
Als Vorerkrankungen werden immunologische Erkrankungen (Allergien/Autoimmunerkrankungen/Sonstige) erfragt. Die bisherige Therapie der Nebenwirkungen kann in ein Textfeld eingetragen werden. Falls vom Meldenden gewünscht, kann auch eine Beratung zum Nebenwirkungsmanagement durch einen erfahrenen Experten der beteiligten Fachgesellschaften erfolgen. Alternativ besteht die Möglichkeit, bei Meldung nur eine Kontaktadresse zu hinterlassen und die Angaben in einer Befragung (z. B. per Telefon) zu machen.
Patientenschutz ist das Ziel  
Die gemeinsame Initiative der Fachgesellschaften bei den regulierenden Behörden (DERMAforum berichtete in der letzten Ausgabe) beruht auf den von allen berichteten Nebenwirkungen der Fillerbehandlungen.
Im Sinne der Qualitätssicherung ist es aber unerlässlich, dass die beobachteten Fälle auch gemeldet und erfasst werden. Im Sinne des Patienten ist es das Ziel, dass die Injektion von Hyaluronsäure ausschließlich von Ärzten durchgeführt wird. Ihre Unterstützung als Behandler durch die Meldung der von Ihnen beobachteten Nebenwirkungen wird dazu dringend gebraucht.|

Dr. med. Tanja Fischer und Dr. med. A. Ziah Taufig (Fotos: privat)

Kontakt
Deutschsprachige Gesellschaft für
Ästhetische Medizin und Fortbildung
(DGAuF)
Arbeitsgruppe ISA4C (International Society
for Aesthetic Complications)
Stromstraße 4
10555 Berlin
info@dgauf.de

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