Patienten vertrauen Arztempfehlung

Pneumokokken-Impfung Über 90 % der Patienten in Deutschland würden den Impfempfehlungen ihres Arztes folgen. Das ergab die repräsentative Umfrage PneuVUE® (Adult Pneumonia Vaccine Understanding in Europe), für die Erwachsene ab 50 Jahren zum Thema Pneumonie befragt wurden.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 bis 680.000 Menschen an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAP). Häufigster Erreger sind Pneumokokken. Besonders gefährdet, an einer Pneumokokken-Infektion zu erkranken, sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für den Schutz von immunsupprimierten Patienten vor einer Pneumokokken-Infektion empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit einem 13-valenten Konjugatimpfstoff gefolgt von einem 23-valenten Poly­saccharidimpfstoff. Viele dieser Hochrisikopatienten unterschätzen jedoch die Gefahr. Nach Ergebnissen der von Pfizer in Auftrag gegebenen PneuVUE®-Befragung glauben nur rund 20 Prozent der Befragten, ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung zu haben. Doch das erhöhte Risiko lässt sich beziffern: Krebspatienten haben ein 3,5-fach höheres Risiko, an einer Pneumonie zu erkranken, bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist das Risiko um den Faktor 2,6 erhöht, bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sogar um dem Faktor 5,4.


Fachärzte können bei Impfempfehlungen einen entscheidenden Beitrag leisten


Die Umfrage macht deutlich, dass Ärzte einen zusätzlichen Beitrag für höhere Impfraten leisten können. Von den gegen Pneumokokken geimpften Hochrisikopatienten gaben 62 Prozent an, der Empfehlung des Hausarztes gefolgt zu sein, 23 Prozent der des Facharztes. Die KAP-Studie (KAP: Knowledge, Attitude and Practice) – eine repräsentative Umfrage, für die über 1.200 Ältere zu ihrem Wissen, ihrer Einstellung und ihrer Praxis in Bezug auf verschiedene Impfungen befragt wurden – zeigt, dass insbesondere bei der Pneumokokken-Impfung die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, mit dem Wissen über die Impfung assoziiert zu sein scheint.
Für den behandelnden Arzt bedeutet dies, den Hochrisikopatienten zu identifizieren und eine individuelle Impfberatung durchzuführen: „Allgemeinmediziner und Fachärzte sollten durch eine enge Zusammenarbeit sicherstellen, dass Hochrisikopatienten über ihre erhöhte Infektionsgefahr informiert sind“, betont Prof. Dr. med. Chris­tof von Eiff, Medizinischer Direktor Impfstoffe Deutschland bei Pfizer. „Dafür kann es durchaus sinnvoll sein, Patientenbriefe auszutauschen und bei Bedarf Impfempfehlungen auszusprechen. Dass über 90 Prozent der Hochrisikopatienten der Impf­empfehlung ihres Arztes folgen würden, zeigt nicht nur, dass Patienten den Entscheidungen ihres Arztes vertrauen, sondern auch, dass eine Impfempfehlung in nahezu jedem Fall umgesetzt wird.“


Zu niedrige Pneumokokken-Impfraten bei Hochrisikopatienten konstatiert


Dennoch gaben nur 22 Prozent der
Hochrisikopatienten in der aktuellen Umfrage an, eine Pneumokokken-Impfung erhalten zu haben. Nur 15 Prozent der Teilnehmer waren es in der Vergleichsgruppe ohne ein erhöhtes Risiko.
Damit bestätigt die Umfrage Ergebnisse aus anderen Untersuchungen, die zu niedrige Pneumokokken-Impfraten bei Hochrisikopatienten, aber auch bei Menschen über 50 Jahren im Allgemeinen konstatieren.
Die Gründe für die niedrigen Impfquoten werden in Fachkreisen immer wieder kontrovers diskutiert.
Der Aufklärungsbedarf in Sachen Lungenentzündung und Pneumokokken-Infektion ist offenbar groß: So wusste etwa jeder fünfte Hochrisikopatient nicht genau, was eine Lungenentzündung ist. Von einer Impfung gegen Pneumonie hatten lediglich 39 Prozent der Hochrisiko­patienten gehört.

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