Dr. Wolfgang Hevert-Preis 2014

Vitamin C beim Melanom

Zwei Tübinger Forscher aus dem Bereich onkologische Phytotherapie teilen sich in
diesem Jahr den mit 5000 Euro dotierten Dr. Wolfgang Hevert-Preis.

Foto: Hevert
Preisverleihung in Hamburg (v. l. n. r.): Mathias Hevert, Geschäftsführer Hevert- Arzneimittel, Dr. Dr. Sascha Venturelli, Dr. Christian Busch und Dr. Jan-Christoph Wollmann, Leiter Scientific & Regulatory Affairs bei Hevert.

Dr. med. Dr. rer. nat. Sascha Venturelli und Dr. med. Christian Busch erhielten die Auszeichnung für ihre klinisch-onkologische Forschung an Vitamin C. Den mit 5.000 Euro dotierten Preis überreichten Geschäftsführer Mathias Hevert und Dr. Jan-Christoph Wollmann, Leiter Scientific & Regulatory Affairs bei Hevert-Arzneimittel, im Rahmen der Hevert-Fachtagung für Naturheilkunde in Hamburg. Dem Preisrichterkollegium gehören namhafte Wissenschaftler deutscher und internationaler Universitäten an.

Die beiden Forscher vom Universitätsklinikum Tübingen beschäftigen sich seit Langem mit phytotherapeutischen Ansätzen in der Onkologie. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Erforschung von Prophylaxe- und Behandlungsmöglichkeiten von Krebserkrankungen mit Vitamin C, aber auch anderen Pflanzeninhaltsstoffen wie etwa Flavonoiden. Venturelli und Busch wiesen in ihrer preisgekrönten Arbeit erstmals eine direkte Wirkung von Vitamin C auf die zelluläre DNA im Schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) mittels sogenannter epigenetischer Mechanismen nach. Ihre Arbeit erklärt somit, wie Vitamin C das Ablesen des Genoms beeinflussen kann. Dieser Mechanismus ist gerade im Hinblick auf das Verständnis der Wirkung von Vitamin C in der Krebstherapie von großer Relevanz.


Epigenetische Wege in der Krebstherapie


Die Forscher identifizierten und charakterisierten erstmals einen für die Krebstherapie äußerst interessanten epigenetischen molekularen Wirkmechanismus für Vitamin C. Sie konnten aufzeigen, dass dieser natürliche Wirkstoff durch sehr hohe Dosierungen, wie sie etwa durch eine intravenöse Gabe erreicht werden, die in aggressiven Krebszellen oft deregulierte Enzymfamilie der DNA-Methyltransferasen in ihrer Funktion hemmt und so das Tumorwachstum nachhaltig unterbindet. Bei weiterführenden Untersuchungen entdeckten die beiden Krebsforscher, dass Vitamin C in dieser hohen Dosierung die Bildung von spezifischen zellulären Faktoren, sogenannten microRNAs, verstärkt, welche hauptsächlich tumorsuppressive, also Krebszellen-unterdrückende, Eigenschaften aufweisen. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Vitamin C in hohen Dosen für die Behandlung von Melanompatienten besonders vielversprechend zu sein scheint.


Möglicher Nutzen für Krebspatienten


In Anbetracht der oft auftretenden Resistenzen und erheblichen Nebenwirkungen vieler klassischer Krebsmedikamente ist eine auf naturheilkundlichen Säulen basierte, verträgliche Tumortherapie erstrebenswert. Besonders bei Krebspatienten im Endstadium ihrer Erkrankung zeigen viele konventionelle Therapieansätze eine weitere dramatische Verschlechterung der Lebensqualität. Dies könnte sich ändern, sobald neue, sanfte therapeutische Ansätze für die Behandlung von Krebspatienten vorliegen. Hierzu bildet die vorgelegte wissenschaftliche Arbeit einen äußerst wichtigen Beitrag, da sie den epigenetischen Wirkmechanismus von Vitamin C auf Krebszellen beleuchtet und somit eine erfolgreiche therapeutische Anwendung bei Krebspatienten einen Schritt näher bringt.


Die prämierte Originalarbeit:

Venturelli S, Sinnberg TW, Berger A, Noor S, Levesque MP, Böcker A, Niessner H, Lauer UM, Bitzer M, Garbe C, Busch C. Epigenetic impacts of ascorbate on human metastatic melanoma cells. Front Oncol. 2014 Aug 25;4:227. doi: 10.3389/fonc.2014.00227. eCollection 2014.

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