Kliniker fragen Histologen - und was Histologen vom Kliniker wissen müssen

Neues Format in Frankenthal

Wer kennt es nicht? Die histologische Diagnose soll mit dem klinischen Befund korreliert werden, bevor eine geeignete Therapie ausgewählt werden kann. Genau an dieser kritischen Schnittstelle setzt die erstmals auf dem Frankenthaler Kongress am 6. April stattfindende Veranstaltung an, zu der Prof. Dr. med. Ulrich Hengge, Düsseldorf, und Dr. med. Michael Reusch, Hamburg, referieren werden.

Foto: privat
Prof. Dr. med. Ulrich Hengge

Der intensive Austausch von Klinikern und Histologen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine hohe Qualität in der Dia‧gnosestellung für die zu behandelnden Patienten. Daneben werden auch abrechnungsrelevante Tipps, z.B. bei Exzisionen im Rahmen des Hautkrebs-Screenings, diskutiert.
Bei melanozytären Läsionen und Tumoren möchte der Kliniker vor allem wissen, um welchen Tumortyp es sich handelt beziehungsweise ob die Exzision in toto erfolgte, um die notwendigen Nachexzisionen bzw. Folgeuntersuchungen (Tumorstaging) durchführen zu können.


Klinisch aussagefähige Befundungen histologischer Präparate gewährleisten


Vor allem bei entzündlichen Dermatosen, so fordert Hengge, ist neben den Patientendaten die anamnestische und klinische Beschreibung des Befundes von größter Wichtigkeit (siehe Tabelle), um klinisch aussagefähige Befundungen histologischer Präparate zu gewährleisten. Bei entzündlichen Hautkrankheiten geht es in erster Linie darum, die klinische Diagnose zu stellen, da verschiedene Entitäten klinisch ähnliche Morphologie besitzen. Auch kann die Angabe verschiedener histologischer Differenzialdiagnosen für den Kliniker wichtig sein, um durch Korrelation klinischer Manifestationen und Symptome mit dem histologischen Befund die zutreffendste Diagnose zu stellen und die Krankheit zu behandeln.
Auch werden von Hengge verschiedene Neuerungen auf dem Gebiet der histologischen Diagnostik dargestellt. Zum einen findet ein spezifischer Antikörper gegen Dermatophyten zunehmend Eingang in die Diagnostik, um Tinea, Onychomykose und Pityriasis versicolor schnell und zuverlässig zu diagnostizieren (Abb. 1), Wochen bevor die mykologische Kultur positiv wird.
Daneben ist die In-situ-Untersuchung von Condylomen auf Hochrisiko-HPV mittels molekularbiologischer Hybridisierung zunehmend verfügbar, um Patienten besser über die Konsequenzen einer Infektion mit diesen Krebsviren aufzuklären. Während diese Untersuchung bislang nur bei Zervixabstrichen von Gynäkologen angefordert wurde, ist diese Information auch für venerologisch tätige Dermatologen von großer Bedeutung.

In dem Vortrag von Hengge werden darüber hinaus Differenzialdiagnosen der „rötlichen Plaques an verschiedenen Körperstellen“ anhand histologischer Präparate demonstriert, die verschiedene onkologische bzw. infektiöse Ursachen haben. Unter anderem werden Pseudo-Lymphome bei Borreliose oder kutane Syphilismanifestationen als auch leukämische Grunderkrankungen als Ursachen dieser Plaques vorgestellt.
Auch häufige, täglich vorkommende Krankheitsbilder wie Keratosen, Lichen ruber oder Arzneimittelexantheme können sich hinter dem histologischen Begriff „Interphasedermatitis“ verbergen. Diese klinisch-histologischen Korrelationen werden anschaulich erläutert.
Als wesentlichen Bestandteil zum Erfolg dieses interaktiven Workshops können interessierte Teilnehmer im Vorfeld ihre Fragen oder Fallberichte an Prof. Dr. med. Ulrich Hengge vom Derma Labor Düsseldorf per Mail (hengge@hautzentrum-hengge.de) oder Fax (02 11) 17933049 stellen, damit diese auf dem interaktiven Workshop behandelt werden können.

Bild: Hengge
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Bild: Hengge
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