Therapien und Therapiekombinationen

Verbesserung des Hautstatus

In einem Übersichtsvortrag wird Dr. med. Michael Weidmann, Augsburg, in Franken­thal derzeit aktuelle Therapien und Kombinationen zur Verbesserung des Hautbildes vorstellen.

Dr. med. Michael Weidmann (Foto: privat)
Dr. med. Michael Weidmann (Foto: privat)

Minimalinvasivere Therapieoptionen werden von Patienten zunehmend nachgefragt. Dabei ist oft von zweitrangiger Bedeutung, ob die Ergebnisse sofort oder erst nach einiger Zeit und oft auch mehreren Behandlungssitzungen ersichtlich werden. Ganzheitlichkeit, möglichst niedriger Interventionsgrad, Veränderung der Arzt-Patienten-Kommunikation, dies sind die Schlagworte, mit denen sich die Ästhetik Agenda 2016 beschreiben lässt.
Immer wichtiger für ein attraktiveres, vitaleres und jüngeres Aussehen werden Therapien zur Veränderung des Hautstatus. Denn die Struktur der Haut selbst rückt zunehmend in den Fokus des Interesses, weil sich auch bei Patienten herumgesprochen hat, dass Altersflecken, Lentigines, Rosazea, Couperose, Elastizitätsverlust und Grobporigkeit oft störender auf unser Gegenüber wirken als eine Glabellafalte.
Neben den bereits seit Jahren im Arsenal des ästhetisch arbeitenden Dermatologen befindlichen Instrumenten – Laser, Radiofrequenz, Oberflächenfiller – werden aus anderen Fachgebieten zunehmend neue Therapieoptionen in die Ästhetik importiert, die mindestens als Ergänzung, manchmal sogar als Ersatz für die bekannteren Optionen dienen können.

Abb. 1: Behandlung von Knitterfältchen mit Needling in drei Sitzungen durch Dr. med. Kai Rezai, Münster

Abb. 2: MesoLift Behandlung von Fältchen in 8 Sitzungen durch Dr. med. Michael Weidmann, Augsburg (Fotos: Weidmann)

Mesotherapie hat bereits vor einigen Jahren in die Ästhetik Einzug gehalten. Spätestens mit dem Aufbau einer Netzwerkstruktur – dem NETZWERK-AesthetikMeso – gibt es standardisierte Behandlungsprotokolle, die erstmals eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglichen und damit auch den Patienten gegenüber gute Argumente für ihren Einsatz liefern. Präoperativ, präventiv Elastizität, Teint und Grobporigkeit behandelnd, kann MesoGlow und MesoLift vielfach beginnende Hautalterungsfaktoren minimieren, wenn nicht gar beseitigen.
Needling ist durch die Studien zur Behandlung von Narben, insbesondere Brandnarben von Fernandez und Aust auch für ästhetische Behandlungen interessant geworden. Aknenarben haben sich dabei als erste Indikation gezeigt mit einem enorm guten Verbesserungsgrad. Allerdings ist das Behandlungsprotokoll auf topische Anästhesie und geringe Downtime ausgelegt, weshalb die Behandlung einige Male wiederholt werden sollte. Eine sehr wichtige neuere Indikation für das Needling sind die Knitterfältchen, deren Behandlung bislang immer – vorsichtig ausgedrückt – mit Schwierigkeiten verbunden war. Needling eignet sich geradezu optimal für diese Indikation.
Platelet Rich Plasma Therapie – von der Werbung mit dem Slogan Vampir Lifting versehen – ist eine ursprünglich in der Orthopädie eingesetzte Behandlung. Aus dem Blut wird das mit Plättchen angereicherte Konzentrat zentrifugiert und dann in die Haut injiziert. PRP enthält Wachstumsfaktoren in hoher Konzentration und keinerlei Fremdstoffe, weshalb es hier als eine sehr schonende Eigenbluttherapie in die Ästhetik Einzug gehalten hat. Neben der Hautstatusverbesserung wird es auch bei Haarausfall mit sehr gutem Erfolg eingesetzt.
Fadenlifting ist aus meiner Sicht die Therapie 2016, weil sie gerade erst mit neuen Materialien und Techniken Einzug in die Ästhetik hält und die teilweise schlechten Erfahrungen mit den früheren Fäden vergessen lässt. PDO und Polymilchsäure sind die beiden Materialien, die sich nach einiger Zeit von selbst auflösen, dann aber die Wirkungen, die gewünscht werden, bereits initiiert haben, nämlich Neokollagenese und Neovaskularisation. Die Wirkung der neuen Materialien ist ebenfalls nicht sofort zu sehen, sondern es dauert seine Zeit, bis die Ergebnisse sich zeigen.
Eine Vielzahl von Kombinationen werden bei einigen Indikationen bereits eingesetzt: PRP und Meso für Haarausfall, PRP und Needling oder PRP und Skinbooster zur Hautverbesserung, Fadenlifting, Needling und PRP bei den ganz schwierigen Indikationen wie Striae. Je minimalinvasiver die Verfahren werden, desto wichtiger ist die Kombination. Innerhalb der Globalhealth Akademie für ästhetische Medizin erarbeiten wir deshalb gerade die Standardisierung von Behandlungsabläufen, die wir mit dem Begriff „Neue Kompositorische Ästhetik“ belegt haben, weil wir davon ausgehen, dass sich die Entwicklung hin zur Minimalinvasivität immer weiter fortsetzt.

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