Hautthemen interdisziplinär

GD-Tagung Vom 23. bis 25. März 2020 findet in Hannover die 24. Jahrestagung der GD Gesellschaft für Dermopharmazie statt. An der Schnittstelle von Dermatologie, Pharmazie und Kosmetologie sollen aktuelle Hautthemen unter interdisziplinären Gesichtspunkten betrachtet werden.

Die 2019 neu in den Vorstand der GD gewählte Dermatologin Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, Wiesbaden, und der seit Gründung der GD amtierende GD-Vorsitzende, Apotheker Dr. rer. nat. Joachim Kresken, Viersen (Foto: GD)
Die 2019 neu in den Vorstand der GD gewählte Dermatologin Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, Wiesbaden, und der seit Gründung der GD amtierende GD-Vorsitzende, Apotheker Dr. rer. nat. Joachim Kresken, Viersen (Foto: GD)

Seit ihrer Gründung im Juni 1995 richtet die GD ihre Jahrestagung erstmals in Niedersachsen aus. Die dreitägige Veranstaltung ist auch in diesem Jahr wieder die größte dermopharmazeutische Fachtagung im deutschsprachigen Raum. Sie dient sowohl der Fortbildung und Information als auch dem Gedankenaustausch zwischen Dermatologen, Pharmazeuten, Chemikern, Biologen, Juristen und anderen auf dem Gebiet der Dermopharmazie tätigen Fachleuten aus dem In- und Ausland.
Wissenschaftliche Tagungsleiter sind Prof. Dr. med. ­Alexander Kapp, Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover, und Prof. Dr. rer. nat. Christel Charlotte ­Müller-Goymann, Direktorin des Instituts für Pharmazeutische Technologie der Technischen Universität Braunschweig. Außerdem waren die an der Hautklinik der Medizinischen Hochschule Hannover tätigen Dermatologen Prof. Dr. med. Bettina Wedi und Prof. Dr. med. Thomas Werfel, die GD-Vorstandsmitglieder Prof. Dr. med. Hans F. Merk, Aachen, und Dr. rer. nat. Joachim Kresken, Viersen, sowie die Fach- und Arbeitsgruppen der GD in die Programmgestaltung einbezogen.
Das Tagungsprogramm deckt ein breites Themenspektrum ab
Die Tagung bildet in über 50 Vorträgen das gesamte Themenspektrum ab, mit dem sich die GD als interdisziplinäre Fachgesellschaft beschäftigt. Thema eines von zwei GD-Fachgruppen organisierten Symposiums zum Auftakt der Tagung am 23. März sind stoffliche Medizinprodukte, die zur Anwendung an der Haut bestimmt sind. Sie werden vor dem Hintergrund der neuen Medizinprodukteverordnung aus rechtlicher, regulatorischer und medizinisch-pharmazeutischer Sicht beleuchtet. Weitere Symposien am ersten Veranstaltungstag behandeln den Stand der Technik und neueste Anwendungen zur Desinfektion, Dekolonisation und Dekontamination der Haut, dermopharmazeutisch relevante Aspekte aus der Allergologie sowie Neuigkeiten zur Prävention und medikamentösen Therapie von Hautkrebs. Im letztgenannten Symposium kommen auch das brisante Thema des Zusammenhangs von Sonnenschutz und Vitamin D sowie die vor dem Hintergrund neuer Studiendaten aktuell stark diskutierte Sicherheitsbewertung von UV-Filtern in topischen Lichtschutzmitteln zur Sprache. 
Vorlesung zum Handekzem soll an Professor Korting erinnern
Ein Schwerpunkt des am 24. März stattfindenden wissenschaftlichen Hauptprogramms ist die „Hans Christian Korting-Gedächtnisvorlesung“, mit der die GD an ihr 2012 verstorbenes Gründungs- und Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Hans Christian Korting erinnern möchte. Gehalten wird die Gedächtnisvorlesung von Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, Wiesbaden, die im Vorjahr neu in den Vorstand der GD gewählt wurde. Das Thema ihrer Vorlesung lautet: „Neues zur Prävention und Therapie des Handekzems“.
Im weiteren Verlauf des wissenschaftlichen Hauptprogramms werden in zwei Vortragssitzungen Neuigkeiten aus der pharmazeutischen Technologie, der Dermatopharmakologie, der Dermatotherapie und der Dermokosmetik vorgestellt. Die Vorträge der ersten Sitzung behandeln die Einsatzmöglichkeiten von dreidimensionalen Hautmodellen in der translationalen Forschung, die Vorhersagbarkeit von In-vitro- und Ex-vivo-Methoden für die Penetration von Arzneistoffen in die Haut sowie neue galenische Konzepte für die topische Aknetherapie. In den Vorträgen der zweiten Sitzung kommen Placeboeffekte in der Pharmakotherapie allergischer Erkrankungen, die Perspektiven von Januskinase (JAK)-Inhibitoren für die Therapie der Alopecia areata, die Häufigkeit von Kontaktsensibilisierungen auf Konservierungsmittel und Duftstoffe sowie Neues zu Dermokosmetika gegen Hautalterung zur Sprache.  
Weiter Programmpunkt des zweiten Veranstaltungstags ist u. a. das zum zweiten Mal stattfindende GD-Forum „Young Scientists“, mit dem Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit eingeräumt wird, ihre aktuellen Forschungsergebnisse einem breiteren Fachpublikum vorzustellen.
Der dritte Veranstaltungstag am 25. März beginnt mit einem Symposium der GD-Fachgruppe „Dermokosmetik“, bei dem die Effekte von Dermokosmetika vom Claim über die Wirksamkeitsprüfung und Dokumentation bis hin zur Wahrnehmung durch den Verbraucher angesprochen werden. Thema eines weiteren Symposiums an diesem Tag sind neueste Erkenntnisse zum Mikrobiom der Haut. Hier informieren Experten aus verschiedenen Fachgebieten über die Zusammensetzung und die Techniken zur Untersuchung des Hautmikrobioms, seine Bedeutung für die Prävention und Therapie der Neurodermitis sowie über die Beeinflussung des Hautmikrobioms durch Hautreinigungs- und Hautpflegepräparate. Außerdem werden die Perspektiven von dreidimensionalen Hautmodellen für die Prüfung des Einflusses von Externa auf das Hautmikrobiom aufgezeigt.
Weiterer Themenschwerpunkt dermatologische Rezepturen
Das restliche Programm widmet sich in einem Symposium der GD-Fachgruppe „Magistralrezepturen“ und in einem weiteren Mittagsseminar den Besonderheiten der Dermatotherapie bei Kindern und der dermatologischen Rezeptur. Hier werden unter anderem kindgerechte Vehikelsysteme für Magis­tralrezepturen und orthomolekulare Pflegekonzepte zur Stabilisierung der kindlichen Hautbarriere vorgestellt. In anderen Vorträgen geht es um die Plausibilität von dermatologischen Rezepturen auf der Basis von Markengrundlagen und um mögliche Stolpersteine bei der Prüfung der pharmazeutischen Qualität von Ausgangsstoffen für dermatologische Rezepturen.
Das Vortragsprogramm der Tagung wird durch eine wissenschaftliche Poster-Ausstellung, eine Fachausstellung der Industrie, eine Pressekonferenz und ein „Get Together“ der Tagungsteilnehmer am Abend des 24. März ergänzt. Zudem wird für Apotheken, die sich dem Netzwerk „hautapotheke.de“ der GD anschließen möchten, am 25. März ein weiteres ganztägiges Qualifizierungsseminar angeboten. Die wissenschaftlichen Tagungsleiter sowie der Vorstand, der Beirat und die Fach- und Arbeitsgruppen der GD würden sich freuen, wenn die Tagung großen Anklang fände.                                                                   |  ve

Programm, Anmeldeunterlagen und weitere Informationen über die 24. GD-Jahrestagung

Kontakt

Dr. rer. nat. Joachim Kresken
Vorsitzender/Chairman
GD Gesellschaft für Dermopharmazie e. V.
Gustav-Heinemann-Ufer 92
50986 Köln
Tel.: 02162 – 674 54
Fax: 02162 – 805 89

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