Forschungspreis Dermatologie 2015

Zwei Gewinnerinnen

Professor Dr. med. Dr. h. c. Mult. Thomas Ruzicka, München, übergab im Rahmen
der 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) den „Astellas Forschungspreis Dermatologie 2015“ an Dr. med. Martina Gatzka, Ulm.

Foto: Astellas
Bei der Preisverleihung (v. l. n. r.): Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult.Thomas Ruzicka, Prof. Dr. med. Sarah Hedtrich, Dr. med. Martina Gatzka, Dr. Kersten Walter

Dr. med. Martina Gatzka wurde für den Nachweis einer erhöhten T-Zell-Plastizität bei entzündlichen Hauterkrankungen mit dem diesjährigen mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet. Den gleichzeitig mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis erhielt Prof. Dr. med. Sarah Hedtrich, Berlin, für ihre neuen Erkenntnisse zur Bedeutung von Filaggrin für die Barrierefunktion und den Säureschutzmantel der Haut.


Plastizität von regulatorischen T-Zellen


Die mit dem Hauptpreis ausgezeichnete Arbeit von Gatzka erforschte mithilfe des CD18hypo PL/J-Mausmodells Pathomechanismen, die für die Entstehung und Expansion pathogener inflammatorischer T-Zellen und anderer Immunzellen bei psoriasisformer Dermatitis verantwortlich sind.
Insbesondere wurde die Entwicklung und Stabilität regulatorischer T-Zellen (Treg) sowie die Konversion von Treg in T17-Helferzellen untersucht. Die so nachgewiesene erhöhte T-Zell-Plastizität und Konversion von CD18hypo PL/J-Tregs könnten in der Zukunft neue Ansatzpunkte für das therapeutische Vorgehen bei Psoriasis und anderen entzündlichen Hauterkrankungen bieten.


Mangel an Filaggrin und Barrierefunktion der Haut

Eine Mutation, die zum Ausfall des Filaggrin-Gens führt, gehört zu den wichtigsten prädisponierenden Faktoren für das Atopische Ekzem. Trotzdem ist die genaue Funktion von Filaggrin auf die Haut-Homöostase noch ungeklärt. Einer der Gründe dafür ist, dass die bisher fast ausschließlich verwendeten Tiermodelle differenzierungsabhängige Vorgänge nicht abbilden können. Die mit dem Förderpreis ausgezeichnete Forschungsarbeit setzte deshalb ein humanes „Filaggrin-knock-down“-Hautmodell ein, um die Bedeutung des Proteins für die Barrierefunktion der Haut zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Lipidstrukturen in Hautmodellen ohne Filaggrin deutlich ungeordneter sind als in „gesunden“ Hautmodellen. Der Gehalt an freien Fettsäuren war in den Filaggrin-knock-down-Hautmodellen außerdem um bis zu 50 % höher als in normalen Hautmodellen. Darüber hinaus konnte Hedtrich mithilfe ihrer Hautmodelle nachweisen, dass Filaggrin keinen Einfluss auf die Ausbildung des Säureschutzmantels hat.

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