Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)

Forschungspreis verliehen

Der Grundlagenforscher und Dermatologe Prof. Dr. med. Jörg Prinz, München, ist der Preisträger des Deutschen Psoriasis Preises 2016.

Prof. Dr. med. Alexander Enk (l.) übergibt Prof. Dr. med. Jörg Prinz die Urkunde zum Forschungspreis.  (Foto: Novartis)
Prof. Dr. med. Alexander Enk (l.) übergibt Prof. Dr. med. Jörg Prinz die Urkunde zum Forschungspreis. (Foto: Novartis)

Der Forschungspreis, der von einer unabhängigen Jury der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) im Rahmen der diesjährigen DDG KOMPAKT-Tagung zum zweiten Mal verliehen wurde, zeichnet innovative Forschungsideen in der Indikation Psoriasis aus. Der Preis wird von Novartis unterstützt und ist mit 30.000 Euro dotiert. Das Thema der diesjährigen Ausschreibung lautete „Unterschiedliche Verlaufsformen der Psoriasis“. Das Forschungsstipendium erhält Prinz für seine Grundlagenforschung zur Immunpathogenese der Psoriasis vulgaris.
Hintergrund seines Projektes war die Fragestellung, wie die T-Zell-vermittelte Immunantwort in den Haut-veränderungen der Psoriasispatienten ausgelöst wird. Mittels Analyse der Reaktivität von T-Zell-Rezeptoren aus psoriatischem T-Zell-Infiltrat konnte das Forschungsteam um Prinz nachweisen, dass bei Psoriasis eine T-Zell-vermittelte Autoimmunreaktion gegen Melanozyten, die pigmentbildenden Zellen der Haut, vorliegt. Ihren Ursprung hat diese in der als Risikofaktor für Psoriasis bekannten Variante des Gen-Moleküls HLA-C*06:02, welches Autoantigene an das Immunsystem präsentiert. In der Folge wird in den psoriatischen T-Zellen unter anderem der psoriasisrelevante Botenstoff Interleukin 17A induziert, welcher bereits als ein Angriffspunkt der Psoriasistherapie identifiziert wurde.
„Die Erkenntnis, dass die psoriatische Immunantwort gegen Melanozyten gerichtet ist, war ein vollkommen unerwartetes Ergebnis“, kommentiert Prinz das Resultat seiner Forschungsarbeit.
„Hiermit wurde erstmals für eine der „großen“ chronisch-entzündlichen Erkrankungen, zu denen neben der Psoriasis auch rheumatoide Arthritis oder ankylosierende Spondylitis gehören, der Charakter einer Autoimmunerkrankung bewiesen. Der Krankheitsmechanismus wurde über alle Stationen – vom Gen bis zur Immunantwort – schlüssig aufgeklärt“, so der Forscher weiter.
Das Preisgeld möchte Prinz in die weitere Erforschung des Ansatzes investieren. „Dies ist für uns eine wichtige finanzielle Unterstützung und trägt dazu bei, diesen Ansatz weiter zu untersuchen“, so Prinz.Der Vorsitzende der hochkarätig besetzten Jury, Prof. Dr. med. Alexander Enk, Heidelberg, würdigte den innovativen Forschungsansatz: „Die Arbeit von Prof. Prinz beschreibt richtungsweisend neue Aspekte zur Pathogenese der Psoriasis. Diese wird zwar schon seit Jahren als Autoimmunerkrankung betrachtet, allerdings steht der Nachweis des Autoantigens bislang aus. Die Arbeit von Prof. Prinz legt melanozytäre Antigene der Krankheitsentstehung bei der Psoriasis zugrunde und beschreibt damit einen völlig neuen pathogenetischen Weg, der sicher noch weiter beforscht werden muss.“
Mit dem Deutschen Psoriasis Preis der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) werden wegweisende Forschungsideen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Psoriasis und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet.
Entscheidungskriterien der aus renommierten Experten zusammengesetzten Jury für die Auswahl der Preisträger sind die wissenschaftliche Originalität, die medizinisch-therapeutische Relevanz, die Qualität und Exzellenz, die Kosteneffizienz sowie die Erfolgswahrscheinlichkeit der Forschungsleistung.

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