Tagung Dermatologische Praxis in Frankenthal

„Ist die Haut sauer, geht es ihr gut“

Priv.-Doz. Dr. med. Claudia Borelli, Leiterin der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser der Universitätshautklinik Tübingen, hielt in Frankenthal jeweils einen Workshop für ein Kosmetikunternehmen wie auch ein Seminar für die International Peeling Society ab.

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Priv. Doz. Dr. med. Claudia Borelli

Borelli ist Vorsitzende der ADK (Arbeitsgemeinschaft Ästhetsiche Dermatologie und Kosmetologie und Vorstandsmitglied der Internation Peeling Society). Im Peeling-Kurs der Firma Dermasence wurde eine Probandin mit Rosazea mit dem neuen Peel Nr. 2 sensitiv (für empfindliche Haut) bestehend aus Glykolsäure 20% und Salicylsäure 10% behandelt. In ihrem Vortrag stellte Borelli die Rolle der Hautbarriere und des pH als Grundlage eines guten Hautbildes und gesunder Haut heraus. Entscheidend für eine intakte Hautbarriere und damit für ein gesundes Hautbild ist ein pH-Wert von 4,8 bis 5,5. Da die Hautoberflächenenzyme pH-Wert-abhängig arbeiten, ist ein physiologischer pH-Wert Voraussetzung dafür, dass folgende Funktionen störungsfrei ablaufen können: Hydratisierung des Stratum corneum, Abwehr von Bakterien, Aufbau polarer Barrierelipide, Regulation der Desquamation (Abschilferung, Schuppung). Der pH-Wert steuert die Hautoberflächenenzyme, die für den Aufbau der Haut sorgen, und schützt vor pathogenen Keimen. Bei erkrankter Haut und gestörter Hautbarriere entwickelt sich der pH in den alkalischen Bereich, so liegt er bei Akne bei 6,0 und bei Neurodermitis bei 7,0. Die Einstellung des pH-Werts in den sauren Bereich ist eine der Grundlagen, warum die Peeling-Vorbehandlung und das Peeling selbst das Hautbild bei bestimmten Erkrankungen wie Akne oder ungünstigen Veränderungen des Hautbildes wie grobporiger Haut und Seborrhoe günstig beeinflussen und schließlich bei konsequenter Anwendung zu einer Verbesserung des Hautbildes führen. Deshalb, so strich Borelli heraus, „ist die Peeling-Vorbehandlung und eine geeignete Grundpflege sowie die Nachbehandlung und Reinigung bei bestimmten Erkrankungen nicht nur eine Kür, sondern Pflicht.“ Borelli forderte die über 100 zuhörenden Dermatologen auf, sich als Mitglied bei der International Peeling Society zu bewerben.

Die 2012 neu gegründete internationale Vereinigung beschäftigt sich mit Chemical Peeling in allen Indikationen und hält bereits regelmäßige Veranstaltungen zur Fortbildung der Dermatologen in allen Bereichen des Peeling von oberflächlich bis tief ab. Zum einen gibt es auf großen nationalen und internationalen Veranstaltungen Vorträge und Peeling-Sessions, zum anderen werden Peeling-Intensiv-Trainingskurse (zuletzt in Wien am 26.4.2014) angeboten.

Außerdem beschäftigt sich die International Peeling Society auch mit der Erarbeitung von Standards und Leitlinien. Für die Mitglieder der IPS gibt es zum Teil auf Kongressen – z. B. zuletzt IMCAS 2014 in Paris – eine vergünstigte Teilnahmegebühr sowie eine bevorzugte Teilnahme an Seminaren und Kursen der IPS, die zum Teil sehr nachgefragt sind. Die nächste Veranstaltung der IPS wird auf der Fortbildungswoche in München am Donnerstag, d. 24.7.2014 von 16.15-18.00 Uhr sein. Als Redner sind geplant Prof. Dr. med. Nana Schürer, Dr. med. Luitgard Wiest, die Autorinnen des Bildatlas Chemical Peeling, der gerade neu auf Englisch erschienen ist, Dr. med. Oliver Kreyden aus der Schweiz und wiederum Borelli, die diese nächste Veranstaltung der IPS koordiniert.

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