ADF/ECARF Award 2014

Forscher der Stanford University ausgezeichnet

Für ihre erhellenden Forschungsergebnisse zur Rolle des Immunsystems wurde zwei Wissenschaftlern der Standford University auf der 41. ADF-Tagung Mitte März der ADF/ECARF Award 2014 verliehen.

 

Foto: ECARF
v.l.n.r. Prof. Dr. med. Marcus Maurer, Prof. Dr. med. Martin Metz (nimmt den Award im Namen der Preisträger entgegen), Prof. Dr. med. Knut Schäkel

Zwei Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine in Stanford, USA, haben den ADF/ECARF Award 2014 erhalten. Thomas Marichal und Philipp Starkl teilen sich den Preis für eine Studie zur Rolle der IgE-Antikörper bei der Abwehr von Bienengift. Die Ergebnisse haben dazu geführt, dass Wissenschaftler das menschliche Immunsystem in neuem Licht betrachten.

 

Mit 5.000 Euro dotiert

 

Die Studie wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern der Charité-Universitätsmedizin Berlin durchgeführt und ist in dem medizinischen Fachjournal Immunity abgedruckt. Der mit 5.000 Euro dotierte ADF/ECARF Award wurde auf der 41. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) Mitte März 2014 in Köln verliehen.

Für Allergiker kann das Gift einer Biene lebensbedrohlich sein und einen anaphylaktischen Schock bis hin zu tödlichem Kreislaufversagen verursachen. Die Studie von Marichal und Starkl legt die Vermutung nahe, dass eine solche Reaktion die überschießende Antwort des Immunsystems ist, das den Organismus vor der Wirkung des Gifts im Grunde schützen will.

An Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass die Entwicklung von bestimmten Botenstoffen des Immunsystems, den lgE-Antikörpern, als Reaktion auf Bienen- und Schlangengift die Mäuse bis zu einem gewissen Grad vor eben diesen Giften schützt.

 

Schwache Giftdosis immunisiert

 

In ihren Untersuchungen injizierten die Wissenschaftler Mäusen Bienengift in einer kleinen, nicht lebensbedrohlichen Dosis. Einer Kontrollgruppe von Mäusen wurde dagegen eine Salzlösung verabreicht. Im weiteren Verlauf des Versuchs wurde allen Mäusen eine höhere Dosis an Bienengift – fünf Bienenstichen entsprechend – injiziert. Während von den Kontrollmäusen viele starben, waren die anderen offenbar durch die erste, schwächere Dosis des Gifts immunisiert, ähnlich dem Wirkprinzip einer Impfung. Des Weiteren zeigte die Studie, dass die Immunantwort über die lgE-Antikörper und die sogenannten Mastzellen, ebenfalls spezielle Zellen der körpereigenen Abwehr, vermittelt wird. Denn Mäuse, bei denen diese Zellen gentechnisch ausgeschaltet waren, entwickelten keinen Schutz vor dem Bienengift.

Die Daten unterstützen die Hypothese, dass sich Allergien letztendlich entwickelt haben könnten, um den Menschen vor giftigen Substanzen der Umwelt zu schützen. Durch Niesen, Husten, Erbrechen und eine laufende Nase entledigt sich der Körper letztendlich der schädlichen Substanzen.

 

Über ECARF

 

Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) zertifiziert seit 2006 aufgrund wissenschaftlicher Qualitätskriterien Produkte und Serviceleistungen, die die Lebensqualität von Allergikern deutlich verbessern, mit dem ECARF-Qualitätssiegel, dem einzigen europaweit gültigen Zertifikat für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Zudem unterstützt ECARF auf europäischer Ebene gezielt die allergologische Forschung sowie Initiativen zur Verbesserung der medizinischen Behandlung allergischer Erkrankungen.

 

 

Originaltitel: Thomas Marichal, Philipp Starkl, Laurent L. Reber, Janet Kalesnikoff, Hans C. Oettgen, Mindy Tsai, Martin Metz and Stephen J. Galli. A Beneficial Role for Immunoglobulin E in Host Defense against Honeybee Venom, Immunity (2013).

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