17. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V.

Evidenz und Innovation

Unter dem Motto „Evidenz und Innovation“ fand vom 26. bis 28. Juni 2014 im RuhrCongress Bochum der 17. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. (DGfW) statt. Kerstin Aldenhoff berichtet für DERMAforum.

Foto: Aldenhoff
Diskussionen zur Wundversorgung beim DgfW-Kongress

In 29 Symposien, drei Seminaren, 27 Kursen, 22 Workshops und zwei Schwerpunktfortbildungen tauschten Spezialisten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und USA interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Mediziner, Pflegefachkräfte, Therapeuten, Podologen und Medizinische Fachangestellte diskutierten neue Therapieansätze für Patienten mit schlecht heilenden Wunden bei Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen und Niereninsuffizienz. Auch unerwünschte Wirkungen, Komplikationen und Notfälle bei der Therapie waren Thema des Kongresses.

Mit dem Themenschwerpunkt „Schmerzfrei leben, Mobilität gewinnen, Wundheilungsstörungen vermeiden“ wurde der Vision der DGfW „Jede Wunde ist heilbar, jede chronische Wunde ist vermeidbar“ Nachdruck verliehen, indem Therapieverfahren diskutiert und Wege aufgezeigt wurden, wie durch Kooperation von Praxis und Wissenschaft und allen am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen eine bessere Versorgung von Menschen mit Wundheilungsstörungen erreicht werden kann. „Wir sind in einen kritischen Diskurs zur Nutzenbewertung neuer Therapieansätze in der Wundbehandlung eingetreten“, so Prof. Dr. med. Marcus Lehnhardt, Präsident der DGfW e.V. und Direktor der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil.

 

Interdisziplinarität und interprofessionelle Zusammenarbeit

 

„Wir haben Workshops und Seminare auf Augenhöhe erlebt, mit einer positiven und wertschätzenden Stimmung, und einmal mehr damit unseren Anspruch auf Interdisziplinarität und interprofessionelle Zusammenarbeit untermauert und neue Impulse gesetzt“, so Brigitte Nink-Grebe, die Generalsekretärin der DGfW e.V.. Zum Thema „Interessenkonflikte – auch in der Wundbehandlung?“ gab es kontroverse Diskussionen: evidenzbasiertes Wissen als Fundament des therapeutischen Handelns, um Patienten die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten und Innovation als Triebfeder für die medizinische Weiterentwicklung.

„Durch bessere Zusammenarbeit können Belastungen reduziert werden“, so auch die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, die persönlich das Grußwort sprach. „Am besten ist es, Bedingungen zu schaffen, dass Wunden gar nicht erst entstehen!“ Hier kommt der Prävention und Früherkennung von Gefäßerkrankungen große Bedeutung zu, die häufig erst erkannt werden, wenn bereits offene Wunden auftreten. Dass ausreichend Bewegung ein wesentlicher Faktor ist, sie zu vermeiden oder zu lindern, zeigte der „Markt der Mobilität“ – ein Highlight des Kongresses. Unter anderem wurden Prothesen vorgestellt, die mit neuronalen Fingerprints gesteuert werden und querschnittgelähmten Menschen wieder zu mehr Mobilität verhelfen können.

Der DGfW-Forschungspreis ging mit je 750 Euro an Christine Lämmle aus Heidelberg und Anna-Theresa Bauer aus München. Den DGfW-Nachwuchspreis in Höhe von 1.500 Euro erhielten Claudia Korb und Bernadett Hosters und für das beste Poster wurde Michael Holzer aus Innsbruck mit 250 Euro ausgezeichnet.

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