16th European Burns Association Congress in Hannover

Neue Impulse für die Versorgung von brandverletzten Patienten

Der 16. „European Burns Association Congress“ ging in Hannover mit 888 Teilnehmern erfolgreich zu Ende. Renommierte Experten aus europäischen Ländern und auch interkontinental tauschten sich über die aktuellsten Informationen in der Versorgung von Brandwunden aus. Kerstin Aldenhoff berichtet für DERMAforum.

Foto: Aldenhoff
Prof. Dr. med. Peter M. Vogt, Präsident der EBA

Der international beachtete Kongress wurde von der „European Burns Association“ (EBA) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) ausgerichtet. Tagungsschwerpunkte lagen neben aktuellen Themen der Praxis im Bereich der leitliniengerechten Therapie, der Qualitätssicherung als auch der Akkreditierung von Brandverletztenzentren in Deutschland und Europa.
Ein besonderes Highlight war die Vorlesung des italienischen Plastischen Chirurgen und Verbrennungsspezialisten Prof. Dr. Michele Masellis aus Palermo, Italien, der mit der Rudi Hermans Lecture geehrt wurde und Wichtiges für die Therapie im gesamten Mittelmeerraum und international in Entwicklungsländern geleistet hat, über 30 Jahre in Südeuropa und im Orient für eine Verbesserung der Verbrennungsmedizin arbeitete, auf Kongressen, Seminaren und Operationseinsätzen moderne Standards etablierte und damit geholfen hat, die Versorgung der in diesen Ländern so häufig durch schwere Verbrennungsverletzungen betroffenen Patienten zu verbessern. „Mit dem von ihm mit gegründeten Euro-Mediterranean Burn Council pflegt die EBA eine enge Zusammenarbeit“, so Tagungspräsident Prof. Dr. med. Peter M. Vogt, Präsident der EBA und Direktor der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover und Direktor des Schwerbrandverletztenzentrums Niedersachsens. „Europa wächst so gesehen auch verbrennungsmedizinisch immer mehr zusammen.“
Im Bereich der Akutversorgung lag ein Fokus auf dem neuen Verfahren des sogenannten enzymatischen Debridements, der Entfernung des Verbrennungsschorfes durch ein von außen auf die Wunden aufgebrachtes Enzym, welches früh nach der Verbrennung den Heilungsverlauf günstig beeinflusst. Außerdem wurden neue Hautersatzverfahren durch Biomaterialien oder Verfahren vorgestellt, die  Oberhaut durch Zell-Sprays zu erhalten und Verbesserungen zu erzielen. Spektakulär waren die mikrochirurgischen Plastischen Wiederherstellungstechniken und die Ergebnisse der Gesichtstransplantation, über die Prof. Juan Barret aus Barcelona als einer der weltweiten Experten berichtete.


Schwerpunkt Infektion


Ein wichtiger Schwerpunkt waren Infektionen bei Verbrennungen, Brandnarben und pädiatrische Verbrennungen – nach wie vor die führende Todesursache trotz fortschrittlichster medizinischer Spezialeinrichtungen und Wahrung höchster hygienischer Standards sowie gezieltem Einsatz von Antibiotika. Fortschritte bei der Narbenbehandlung wurden vorgestellt – durch Mikronadeltherapie, Laser und auch mechanische Verfahren. „Diese Fortschritte sind gerade für Kinder von Bedeutung, da diese im Wachstum von Narben behindert werden und das ganze Leben mit körperlichen und psychischen Folgen leben müssen“, so Vogt.

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