Spezial: Symposium zum Thema Rosazea in Frankenthal

Herunterregulation von Cathelicidin

Auf der Tagung Dermatologische Praxis in Frankenthal wird Priv. Doz. Dr. med. Claudia Borelli, München, am 14. 3. 2015 einen Vortrag über die Pathophysiologie und Therapie der Rosazea halten.

Foto: Borelli
Priv. Doz. Dr. med. Claudia Borelli: „Einen nicht zu vernachlässigenden wichtigen Aspekt der Rosazeatherapie stellt die Anwendung täglichen ausreichenden Sonnenschutzes dar.“

Gerade in den letzten Jahren sind neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie der Rosazea hinzugekommen. Die Pathophysiologie der Rosazea umfasst unterschiedliche Bereiche und ist multifaktoriell. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, ebenso das angeborene, wie auch das erworbene Immunsystem der Haut: Zum einen wird eine Abflussstörung der Blutgefäße des Gesichts über eine Dysregulation diskutiert, zum anderen wird eine Besiedelung bzw. überstarke Besiedelung mit Demodex folliculorum/Demodexmilben als ursächlich erachtet.


Entdeckung einer Klasse nicht-selektiver Ionenkanäle


Die Entdeckung einer Klasse nicht-selektiver Ionenkanäle (Transient receptor potential = TRP-Ionen-Kanäle) bieten eine mögliche Erklärung, wie durch Triggerfaktoren (unter anderem Hitze, Kälte, Alkohol) Entzündung verursacht wird. In der Folge werden Substanz P und CGRP (Calcitonin gene-related peptide) frei, die als Faktoren neurogener Entzündung angesehen werden. CGRP wirkt vasodilatatorisch und kann so zur Ödem­entstehung beitragen. Auch Entzündungsmediatoren wie das antimikrobielle Peptid Cathelicidin scheinen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der Rosazea zu spielen.


Vermehrte Sezernierung von Cathelicidin


In einer Veröffentlichung aus Nature Medicine aus dem Jahr 2007 konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Rosazea eine vermehrte Sezernierung von Cathelicidin zeigen. Im Weiteren wurden auch andere, aus Cathelicidin entstandene Isoformen nachgewiesen, die durch eine erhöhte Produktion von Kallikrein in der Epidermis entstanden. Auch eine Serinprotease (SCTE = stratum corneum trypric enzyme) wurde vermehrt freigesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass die Injektion von Cathelicidin und SCTE in Mäusehaut zu einer Rosazea-ähnlichen Entzündung führte. Im Umkehrschluss müsste sich die Herunterregulation von Cathelicidin günstig auf die Rosazea auswirken bzw. als Marker für den Rückgang der Entzündung bei Rosazea fungieren. So wird seit einiger Zeit in Studien versucht, Cathelecidin herunterzuregulieren und dadurch die Rosazea zu bessern.


Anwendung täglichen ausreichenden Sonnenschutzes


Die Firma Dermasence P & M Cosmetics hat eben diesen Bereich der Pathophysiologie der Rosazea in einer In-vitro-Studie untersucht und die Auswirkungen ihrer Hautpflegeprodukte (Barrio pro) bei Rosazea evaluiert.Erste Daten werden im Rahmen des Vortags präsentiert. Durch den Einsatz dieses Hautpflegeproduktes bei Rosazea konnte in In-vitro-Versuchen eine Herunterregulation von Cathelicidin gezeigt werden.Einen weiteren, nicht zu vernachlässigenden wichtigen Aspekt der Rosazeatherapie stellt die Anwendung täglichen ausreichenden Sonnenschutzes dar. Des Weiteren ist eine Stabilisierung der Hautbarriere wichtig, diese ist wie bei vielen anderen Hauterkrankungen beeinträchtigt. Dies kann durch geeignete Grundpflege und auch ein zugeschaltetes regelmäßiges oberflächliches Chemical Peeling mit Spezialpeeling für empfindliche Haut erfolgen.

Patientin mit Rosazea vor....                            ....und nach einer Pflegebehandlung

(Fotos: Dermasence)

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