Session der ADK auf der DERM

ADK In DERMAforum erläutert Prof. Dr. med. Claudia Borelli, Leiterin der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser der Universitätshautklinik Tübingen, die Themen, die in der Sitzung der ADK – Trends und Fakten auf der Dermatologischen Tagung in Frankenthal thematisiert werden.

Prof. Dr. med. Claudia Borelli (Foto: privat)
Prof. Dr. med. Claudia Borelli (Foto: privat)

Die ADK macht dieses Jahr in Frankenthal wieder eine eigene Session am Freitag?
Professorin Dr. med. Claudia Borelli: Ja, am 9.3.2018 unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. med. Christiane Bayerl und wir werden uns verschiedenen Themen aus dem ästhetischen Bereich widmen. Frau Prof. Bayerl wird über Vitamin B 3 sprechen zum Anti-Aging, Dr. med. Matthias Herbst, der Generalsekretär der ADK, wird uns Aktuelles zur Bildverarbeitung in der dermatologisch-ästhetischen Praxis präsentieren. Er hat ja einen phantastischen Überblick über alle Neuigkeiten im Computer und Onlinesektor. Das wird sicher sehr spannend werden.


Das sind aber noch nicht alle Themen, die präsentiert werden?


Borelli: Nein, es folgt dann auch noch ein Vortrag von Dr. med. Dirk Gröne aus Berlin, der uns zu Transplantationen in der ästhetischen Dermatologie und Chirurgie, unter anderem Pigmentzelltransfer bei Vitiligo, PRP und Haartransplantationen berichten wird. Das ist ja ebenfalls ein extrem spannendes und aktuelles Thema, bei dem man sich die Ergebnisse und Daten genau anschauen muss, damit man entscheiden kann, ob das möglicherweise etwas für die eigene praktische dermatologische Tätigkeit ist.


Und Sie selbst haben ebenfalls einen Vortrag?


Borelli: Ja, ich werde über Nebenwirkungen von Fillerbehandlungen sprechen. Dieses Thema liegt mir, aber auch meinem Chef Prof. Dr. med. Martin Röcken besonders am Herzen. Viele Dermatologen, auch ich in Tübingen, bieten Fillerbehandlungen mit sehr guten Ergebnissen und Erfolg an. Und Filler sind aus der Ästhetischen Dermatologie und den Maßnahmen der Hautverjüngung nicht wegzudenken. Nichtsdestotrotz muss man sich – bei aller Motivation und Begeisterung für die Ästhetische Dermatologie – ab und an die Daten zu den Nebenwirkungen von Fillerbehandlungen und die Empfehlungen zum Nebenwirkungs-Management anschauen. Ich bin manchmal erstaunt, wie blauäugig manche Regionen, die hochgefährlich sein können, gespritzt werden. Hier sollte man sich seiner Verantwortung als behandelnder Arzt klar bewusst sein und die Patenten ausführlich und umfassend über mögliche Gefahren aufklären. Nur dazu muss man die eben auch kennen. Dahin zielt mein Vortrag.

 

Prof. Dr. med. Claudia Borelli:

"Ich bin manchmal erstaunt, wie blauäugig manche Regionen, die hochgefährlich sein können, gespritzt werden. Hier sollte man sich seiner Verantwortung als behandelnder Arzt klar bewusst sein."


Ein sehr wichtiges Thema. Was werden Sie noch thematisieren?


Borelli: Nun, mein Anliegen ist es, dass jeder Dermatologe, der ästhetische Fillerbehandlungen durchführt, seinen Plan B für etwaige Filler-Nebenwirkungen mit nach Hause nehmen kann, bzw. sich ein standardisiertes Vorgehen überlegt. Wenn mal etwas passiert, ist meist keine geistige Ruhe da und deshalb muss man eine solche Situation vorher geistig durchgespielt haben, damit alles optimal im Sinne des Patienten läuft. Als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie ADK ist es mir besonders wichtig, dass die dermatologischen Kolleginnen und Kollegen im Nebenwirkungsmanagement optimal ausgebildet sind. Der gute Arzt/die gute Ärztin zeigt sich nämlich nicht nur bei guten Ergebnissen, sondern insbesondere auch bei Beherrschung der Situation, wenn Patienten unerwünschte Wirkungen haben. Und dies ist es ja schließlich auch, was uns von anderen Berufsgruppen, wie z. B. Heilpraktikern und anderen, unterscheiden sollte. Man glaubt gar nicht, von wem sich Patienten alles mit Fillern behandeln lassen: Neulich hatte ich eine Patientin mit Fillergranlulomen, die von ihrer Friseurin behandelt worden war.


Sie engagieren sich überhaupt für die Fort-/bzw. Weiterbildung der Dermatologen.


Borelli: Die ADK hat ja auch den Grundkurs für Ästhetische Dermatologie/Dermatologische Kosmetologie im Jahr 2017 neu aufgelegt. Ziel dabei ist es, in Weiterbildung zum Dermatologen/zur Dermatologin befindliche Kolleginnen und Kollegen oder FachärztInnen eine Basisausbildung in den Methoden der ästhetischen Dermatologie zu liefern. Auch im Jahr 2018 werden wir den Grundkurs wieder anbieten: im Frühjahr in Berlin an der Charité bei PD Dr. med. Maja Hofmann, auch ADK-Vorstandsmitglied, und im Herbst wieder bei mir in Tübingen an der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser der Universitätshautklinik. Die Teilnehmer können mit den erworbenen Punkten das Zertifikat Dermatologische Kosmetologie der DDA beantragen: der einzige Nachweis für Dermatologen im Moment, dass man Ästhetische Dermatologie beherrscht. Mehr Informationen dazu gibt es über die ADK-Homepage und über die Seite der DDA.

Frau Professorin Borelli, vielen Dank für das Gespräch.                                                                        (ve)

Kontakt
Prof. Dr. med. Claudia Borelli
Leiterin der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser
Universitäts-Hautklinik
Klinikum der Universität Tübingen
Liebermeisterstr. 25, 72076-Tübingen
Tel.: 07071-2984555
Fax:  07071-294117
claudia.borelli@med.uni-tuebingen.de

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