Ärztemangel

Dermatologen werben um Nachwuchs

Die Hautärzte in Deutschland gehen in die Offensive, um dem bereits heute in vielen Regionen bestehenden Mangel an Ärzten aus ihrer Fachgruppe mit gezielter Nachwuchsarbeit entgegen zu wirken.

Foto: BVDD
Dr. med. Thyra Caroline Bandholz

Wie die Pressestelle des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) berichtet, ist jetzt auf der Internetseite der Arbeitsgruppe „Junge Dermatologen“, www.juderm.de, eine Börse für Praktikumsstellen und Mentoren neu eingerichtet. Damit möchte JuDerm Medizinstudenten frühzeitig für ihr Fach begeistern und Hilfestellung für den späteren Schritt in die Niederlassung geben. Ein Praktikum – für Mediziner als Famulatur bezeichnet – ist ein vorgeschriebener Bestandteil des Medizinstudiums und muss zum Teil sowohl im ambulanten als auch im klinischen Bereich absolviert werden.

 

Famulatur idealer Zeitpunkt

 

Der Zeitpunkt für die Famulatur liege relativ früh im Studium – ideal also, um dem Nachwuchs das Fach Dermatologie schmackhaft zu machen, unterstreicht die Kieler Hautärztin Dr. med. Thyra Caroline Bandholz vom BVDD die Bedeutung des Praktikums. „Wir haben von vielen Kollegen erfahren“, so die Leiterin der AG „Junge Dermatologen“, „dass die Eindrücke während der dermatologischen Famulatur maßgeblich waren für ihre Entscheidung, Hautarzt zu werden.“

Um die Suche nach entsprechenden Stellen zu erleichtern, kann auf der Website www.juderm.de eine Liste mit Hautarzt-Praxen abgerufen werden, die Famulanten annehmen. Bis jetzt haben sich bundesweit bereits rund 130 Anbieter gemeldet.

 

Zurzeit etwa 150 Mentoren

 

Neben Famulaturstellen kann unter www.juderm.de auch eine Liste mit zurzeit etwa 150 Mentoren – bereits niedergelassene Hautärztinnen und Hautärzte – abgerufen werden.

Die dermatologischen Mentoren stehen jungen Medizinern am Ende ihrer Weiterbildungszeit bei allen Fragen rund um eine mögliche Niederlassung mit Rat und Tat zur Seite. „Und wenn es nur darum geht, ihnen die Angst vor dem Schritt in die Selbständigkeit zu nehmen“, so Bandholz.

In zahlreichen Gesprächen mit Weiterbildungsassistenten habe sie erfahren, dass es zur Niederlassung neben Themen wie der Finanzierung einer Praxis, der Darstellung verschiedener Praxismodelle und regionalen Besonderheiten viele Fragen gebe, die durch die einschlägigen Informationsmaterialien der amtlichen Stellen, Steuerberater und Juristen nicht ausreichend beantwortet werden. „Vieles davon lässt sich in einem persönlichen Gespräch mit niedergelassenen Kollegen schneller und besser klären“, weiß die JuDerm-Leiterin.

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