Gleich zwei Forschungspreise verliehen

Bei der 42. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft
Dermatologische Forschung (ADF) vom 5. bis 7.  März in Ulm wurden mit Unterstützung des BioPharma-Unternehmens AbbVie der AbbVie-Forschungspreis Dermatologie 2015 sowie der Egon-Macher-Preis 2015 für innovative Forschungsideen verliehen.

Der AbbVie-Forschungspreis Dermatologie zeichnet innovative Forschungsideen zum Thema Psoriasis aus und ist mit 10.000 Euro dotiert. In diesem Jahr wird er erstmals in zwei Schritten vergeben, um eine nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten. Der Preisträger erhält 5.000 Euro als Anschubfinanzierung für einen Projektentwurf und weitere 5.000 Euro nach Vorlage eines Zwischenberichtes. Zusätzlich konnten dieses Jahr auch hervorragende wissenschaftliche Forschungsarbeiten, die bereits publiziert wurden, eingereicht werden. Der Preis für abgeschlossene Projekte ist mit 2.000 Euro dotiert. Die Preise werden jährlich von der ADF und dem forschenden BioPharma-Unternehmen AbbVie verliehen.


Fotos: AbbVie
Preisträger des AbbVie-Forschungspreises Dermatologie 2015 (v. l. n. r.): Dr. med. Robert Sabat, Berlin, PD Dr. med. Wolfgang Weger, Graz

Forschungspreis Dermatologie 2015


Dr. med. Robert Sabat, Berlin, PD Dr. med. Wolfgang Weger, Graz, und Dr. rer. nat. Kerstin Wolk, Berlin, erhielten die mit zweimal 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Forschungsvorhaben zum Einfluss von Psoriasis auf die weibliche Fertilität. Ziel des Projektes ist die Überprüfung der Hypothese, dass Psoriasis-Patientinnen trotz Kinderwunsches weniger Kinder gebären als Frauen, die nicht unter Psoriasis leiden. Zudem möchten die Wissenschaftler die Gründe für eine mögliche niedrige Fruchtbarkeitsziffer untersuchen. Das Forscherteam vermutet, dass dieses vor allem durch eine erhöhte, immunologisch bedingte Rate von Fehlgeburten bedingt sein könnte.
Der Preis für die bereits abgeschlossene wissenschaftliche Arbeit ging an Dr. med. Susanne Forkel, Dr. med. Margarete Schön und Prof. Dr. med. Michael Schön aus Göttingen für ihre Veröffentlichung „Inositoylated platelet-activating factor (Ino-C2-PAF) modulates dynamic lymphocyte-endothelial cell interactions and alleviates psoriasis-like skin inflammation in two complementary mouse models”. Anhand zweier unterschiedlicher Mausmodelle konnten sie zeigen, dass das synthetische glykodisierte Phospholipid Ino-C2-PAF zu einer signifikanten Linderung der klinischen Symptome und einer Normalisierung der pathologischen Hautveränderungen inklusive Vaskularisierung (Gefäßneubildung) führt. Dies deute darauf hin, dass Ino-C2-PAF ein potenzieller Kandidat für die Therapie von entzündlichen Hauterkrankungen mit abnormaler vaskularer Funktion ist.

Verleihung des Egon-Macher-Preises 2015 (v. l. n. r.): Prof. Dr. med. Martin Metz, Prof. Dr. med. Christine Neumann, Prof. Dr. med. Tilo Biedermann,Tobias Bald, Dr. Johannes Huss-Marp
Verleihung des Egon-Macher-Preises 2015 (v. l. n. r.): Prof. Dr. med. Martin Metz, Prof. Dr. med. Christine Neumann, Prof. Dr. med. Tilo Biedermann,Tobias Bald, Dr. Johannes Huss-Marp

Egon-Macher-Preis 2015


Dieser Förderpreis wird jährlich von der ADF verliehen und honoriert und fördert wegweisende wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Dermatologie. Er wird vom BioPharma-Unternehmen AbbVie gestiftet und ist mit zweimal 2.500 Euro dotiert.
Yuliya Skabytska, Tübingen, erhielt die Auszeichnung für die Arbeit „Cutaneous innate immune sensing of toll-like receptor 2-6 ligands supresses T cell immunity by inducing myeloid-derived suppressor cells”. Die Forschergruppe konnte zeigen, dass Zellwandproteine des Bakteriums Staphylococcus aureus auf der Haut über die Aktivierung von Toll-like Receptor 2-6 Liganden (TLR2-6) die Bildung einer Gruppe von Immunzellen, den Myeloid-Derived Suppressor Cells (MDSCs) auslösten. Durch die übermäßige Bildung von MDSCs wurde die Immunantwort der Haut unterdrückt. Bestätigt wurde dies anhand klinischer Beobachtungen. Bei Patienten mit Neurodermitis wurde eine erhöhte Menge MDSCs in Blut und Haut gefunden, verbunden mit negativen Folgen für den Krankheitsverlauf.
Für seine Veröffentlichung „Ultraviolet-radiation-induced inflammation promotes angiotropism and metastasis in melanoma” erhielt Tobias Bald, Bonn, ebenfalls den Egon-Macher-Preis 2015. Im Mausmodell konnte er zeigen, dass wiederholte UV-Exposition von primären Hauttumoren die Metastasierung fördert, die Anzahl der Tumorzellen entlang der Oberflächen der Blutgefäße sowie die Anzahl von Lungenmetastasen erhöht. Der Effekt sei abhängig von Neutrophilen und wird angetrieben durch Toll-like receptor 4 (TLR4). Die UV-induzierte neutrophile inflammatorische Antwort stimuliere die Angiogenese und fördert die Fähigkeit der Melanom-Zellen, in das Endothel zu wandern.
Die Stiftung von Forschungspreisen ist ein wichtiger Teil des Engagements von AbbVie für die Forschung auf dem Gebiet der Dermatologie sowie der Psoriasis. „Die Preisträger leisten bei ihren großartigen Projekten einen essenziellen Beitrag, das Leben von Patienten mit dermatologischen Erkrankungen wie Psoriasis positiv zu beeinflussen. AbbVie unterstützt dies mit dem AbbVie-Forschungspreis Dermatologie und dem Egon-Macher-Preis“, sagt PD Dr. med. Johannes Huss-Marp, Medizinischer Leiter des Bereichs Dermatologie bei AbbVie Deutschland.

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