32. Kompetenzseminar der AADI in Nürnberg

Die AADI blickt über den Tellerrand hinaus

Beim 32. Kompetenzseminar sollten neue Schwerpunktthemen und erstmals auch AADI-eigene Zertifizierungen das Programmangebot attraktiv gestalten und den heutigen Anforderungen der dermatologischen Praxis anpassen.

Foto: hm
Beliebt und gut besucht bei der AADI: praxisnahe Workshops

Die ästhetische Medizin, ein wichtiger Kompetenzbereich der Dermatologie, ist ein elementarer Teil der gesamten Anti-Aging-Medizin. „Die Dermatologie sollte“, so Dr. med. Hanspeter Prieur, Duisburg, Vorsitzender der AADI, „in befruchtendem Austausch mit anderen Fachgesellschaften stehen und deren Erkenntnisse in Behandlungsstrategien sinnvoll integrieren.“ Die AADI (Arbeitsgemeinschaft Aes­thetik und Dermatologische Institute e. V.) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, noch stärker über den dermatologischen Tellerrand hinauszuschauen und unter Einbeziehung von Experten anderer Fachgebiete wie der Endokrinologie, der Orthopädie oder der inneren Medizin relevante Aspekte zum Thema „gesund und fit älter werden“ zu berücksichtigen.


Das Ziel: gesund und fit älter werden


Beim 32. AADI-Kongress am 27./28. März 2015 in Nürnberg stand das „Well-Aging“ mit unterschiedlichen Facetten im Fokus. In zertifizierten Workshops haben Top-Experten aus der Dermatologie und anderen Fachgebieten Behandlungsoptionen aufgezeigt, die für den Dermatologen relevant sind. Unter ganzheitlichen Aspekten beleuchtete z. B. Dr. med. Rainer Schroth, Obervellach, das vorzeitige Altern und zeigte bewährte Behandlungsspektren z. B. mit Mikronährstoffen und Vitaminen zum antioxidativen Schutz auf. Auch das Thema Burn-out und Stressbewältigung kam in diesem Zusammenhang ausführlich zur Sprache.
„Auch der älter werdende Mann soll künftig in unserem Themenspektrum stärker Berücksichtigung finden“, so Dr. med. Anne Hundgeburth, Köln, stellvertretende Vorsitzende der AADI. Erstmals wurden bei der AADI endokrinologische Aspekte der Alterung des Mannes diskutiert. Der Androloge Prof. Dr. med. Frank Köhn, München, stellte diagnostische und therapeutische Optionen vor, die auch dem Dermatologen an die Hand gegeben sind.


Kernbotschaften in der ästhetischen Dermatologie


Klassische Themen wie Gesichts- und Body-Contouring, Botox-Update und Injektionslipolyse standen traditionsgemäß auf dem Programm der AADI. Dr. med. Gerhard Sattler, Darmstadt, stellvertretender Vorsitzender der AADI, stellte minimalinvasive Therapiemöglichkeiten bei dunklen Augenringen und gealterter Periorbitalregion vor. Weiterhin gab er ein aktuelles Botulinumtoxin-Update und ging dabei insbesondere auf Face-off-Indikationen ein.
Dr. med. Michael Weidmann, Augsburg, diskutierte die verschiedensten Indikationen für die Injektionslipolyse und demonstrierte Beispiele mit sehr guten Behandlungsergebnissen.


Wichtig für Praxis und Institut


Zum Pro und Contra der Nutzung sozialer Netzwerke in Praxis und Institut sprach Ben Geiger, Witten. Ebenso war die Nutzung der AADI-Webseite durch die AADI-Mitglieder Thema der Tagung.
Traditionell referierte der Steuerexperte der AADI, Dr. Mathias Mühlen aus Essen, zu aktuellen Themen, diesmal zu den Themen Betriebsprüfung, Abfärberegelung und Mindestlohn.
Der Rechtsanwalt Felix Schiffner, München, nahm Stellung zu Fragen der Grenzen der Zulässigkeit von Patientenbewertungen in Internetportalen – ein Thema mit Zukunft.


Zertifizierungen werten auf


Neu waren besondere AADI-eigene Zertifikate, die dem besonderen Stellenwert spezifischer Workshops Rechnung tragen sollten. Sie sollen auch künftig als anerkannte Qualitätsnachweise gelten und die Position des Arztes gegenüber Kollegen, Patienten und im Streitfall auch gegenüber Versicherungen stärken.
Zertifizierte Kurse wurden nicht nur für Ärzte, sondern auch für nichtmedizinisches Assistenzpersonal wie MFAs und Kosmetikerinnen angeboten.


Qualifizierung des Assistenzpersonals


Traditionell schaut die AADI auch bei der ständigen Fortbildung des Praxispersonals nach vorne. So sollten neben den Updates zu delegierbaren Behandlungen in der ästhetischen Dermatologie auch Erfordernisse der täglichen Praxis nicht zu kurz kommen. Beispielsweise hat die AADI die von der Berufsgenossenschaft geforderte jährliche Laserschutz-Unterweisung als festen Bestandteil ins Programm aufgenommen. Sie ergänzt die inzwischen gut angenommenen Laser-Basiskurse in optimaler Weise. Weitere Themen für MFAs und Kosmetikerinnen waren u. a. Updates zu Peelings, zur Aknebehandlung, Entfernung von Tattoos und Möglichkeiten der Optimierung von Gesichtsvolumen und Bodycontouring.


Wie machen es die Kollegen?
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nzwischen ist es guter und netter Brauch, dass sich AADI-Mitglieder am Nachmittag des Vortages des Kongresses in der Praxis oder dem Institut eines ortsansässigen Mitglieds treffen und vor Ort und am konkreten Beispiel praktische Vorgehensweisen diskutieren. So diesmal bei Frau Dr. med. Kirsten Kramer, Nürnberg.
Dieser Austausch auf freiwilliger Basis hat sich als sehr befruchtend und informativ erwiesen.
Die AADI ist ihren Mitgliedern ausgesprochen dankbar, dass sich immer wieder Kolleginnen und Kollegen finden, die für interessierte Kongressteilnehmer ihre Türen öffnen und bereit sind, offen über Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sowie über ihre besonderen Erfolge zu sprechen und sich auszutauschen. Dieser Programmteil des Kongresses ist auf AADI-Mitglieder beschränkt.
Die AADI möchte darauf hinweisen, dass die Teilnahme an den zweimal jährlich stattfindenden Kompetenzseminaren auch für an der Thematik interessierte Nichtmitglieder möglich ist. Ärzte und Assistenzpersonal sind herzlich eingeladen.
Für Mitglieder ist die Teilnahme an den Kongressen kostenfrei.hmu

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